Nur 1,15 Prozent zahlten Immobilienkäufer im November 2016 für ein Baudarlehen mit einer Zinsfestschreibung über zehn Jahre. Dieser Durchschnittswert aus 109 Angeboten lag im März schon bei 1,50 Prozent. Das hätte ein Darlehen über 300 000 Euro um rund 8000 Euro verteuert. „In den letzten Monaten konnten wir eine verstärkte Nachfrage nach Forward-Darlehen feststellen“, sagt Franz Lücke, Leiter Baufinanzierung bei der ING-Diba. Dies ginge einher mit den Erhöhungen bei den Baufinanzierungskonditionen.
Geringer Aufschlag
Bei einer Baufinanzierung schreibt man den Zins für einen bestimmten Zeitraum fest, üblich sind fünf, zehn oder 15 Jahre. Läuft diese Zeit aus, muss man über die Restschuld einen neuen Vertrag schließen, die sogenannte Anschlussfinanzierung. Endet diese Frist innerhalb der nächsten sechs bis 60 Monate, kann man sich die derzeit niedrigen Zinsen durch ein Forward-Darlehen sichern. Für jeden Monat bis zur tatsächlichen Abnahme zahlt man einen geringen Aufschlag auf den heutigen Zins. Die Spanne bei den Zinsaufschlägen der Anbieter ist groß. Sie beträgt momentan 0,01 bis 0,04 Prozentpunkte im Monat, meist sind es 0,02 Prozentpunkte, die auf den normalen Baugeldzins aufgeschlagen werden. Ein Darlehen, das erst 24 Monate später abgenommen wird, wird somit um 0,48 Prozentpunkte teurer. Entscheidend ist jedoch nicht die Höhe des Aufschlags, sondern der Gesamtpreis aus Basiszins plus Aufschlag. So berechnet die Allianz bei 24 Monaten Vorlaufzeit insgesamt 1,57 Prozent, die ING-Diba 1,79 Prozent und die Wüstenrot Bausparkasse 2,29 Prozent. Bei einem Darlehen über zehn Jahre würde man bei Wüstenrot fast 58 000 Euro Zinsen bei drei Prozent Tilgung zahlen, fast 20 000 Euro mehr als bei der Allianz und gut 12 000 Euro mehr als bei der ING-Diba.
Restrisiko bleibt
Auch wenn die meisten Experten von steigenden Zinsen ausgehen, bleibt ein Risiko: Sollte der Zinsanstieg ausbleiben, zahlen Verbraucher die Zinsaufschläge umsonst. Christoph Zschätzsch, Leiter Privatkundenkredite bei der Deutschen Bank, sagt: „Geht man mittelfristig von steigenden Zinsen aus und möchte damit verbundene Kostenrisiken beim Folgekredit ausschließen, dann empfiehlt sich ein Forward-Darlehen“.
Andere Faktoren
Kreditexperte Zschätzsch rät, nicht nur auf die Zinskonditionen zu achten. „Wichtig ist, dass das Gesamtkonzept für die Anschlussfinanzierung stimmt“. Das sei nicht immer der Fall. Sinnvoll können zum Beispiel Sondertilgungsrechte sein oder die Möglichkeit, während der Zinsbindung den Tilgungssatz zu wechseln. Passen die Rahmenbedingungen nicht optimal zu den Wünschen des Kreditnehmers, sollte man ausloten, ob man nicht bei seiner Hausbank nachverhandeln kann.
Mehr Informationen
zum Thema gibt es bis 25. Mai unter der Fax-Abrufnummer 09001/25 26 65 50 (1 Minute = 0,62 Euro). Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Kein Fax? Senden Sie einen mit 0,85 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Forwarddarlehen“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf