Das Einkaufsverhalten der Deutschen kann man nicht als überwiegend klimaschonend bezeichnen. Im Mülltrennen tut sich aber einiges, wenn auch nicht immer an richtiger Stelle. Kassenbons beispielsweise werden gerne zum Altpapier gegeben. „Falsch“, sagt das Umweltbundesamt. Kassenbons bestehen zwar aus Papier, sollten aber im Restmüll entsorgt werden.
Der Grund ist das Material. Es besteht häufig noch aus Thermopapier, das mit der schädlichen Chemikalie Bisphenol A beschichtet ist. Der Schadstoff kann über recycelte Papierprodukte wie Kartonagen oder Toilettenpapier in die Umwelt gelangen. Bisphenol A soll die Fortpflanzungsfähigkeit von Mensch und Tier negativ beeinträchtigen, da es hormonell wirksam ist. Die Europäische Chemikalienagentur bewertete das Mittel 2017 als besonders besorgniserregenden Stoff. Erst ab 2020 ist Bisphenol A für die Beschichtung von Thermopapier verboten. Kassenbons sollten deshalb weder ins Altpapier, noch etwa zum Basteln kleiner Schiffchen oder als späterer Notizzettel verwendet werden.
Für eine unmittelbare und empfohlene Überprüfung des berechneten Einkaufs ist der Kassenzettel allerdings unentbehrlich. Mittlerweile gibt es auch Bisphenol-freie Kassenrollen. Allerdings bleibt diese Information in der Regel den Kunden verborgen.
Wer den Müll für die grüne Tonne trennt oder selbst kompostiert, sollte Folgendes beachten: Kleine Mengen Küchen- oder Zeitungspapier, die zur Auskleidung des Küchenabfallbehälters verwendet werden, lassen sich gut kompostieren. Papier und Pappe sind grundsätzlich biologisch abbaubar. Allerdings sind spezielle Inhaltsstoffe für die Verwertung im Boden nicht geeignet und können später auch von den Wurzeln der Gartenfrüchte aufgenommen werden. Größere Mengen Zeitungspapier, Pappe, Eierkartons oder Obst- und Gemüseschalen sollten, weil ökologisch sinnvoller, besser über das Altpapierrecycling verwertet werden.
Viele Menschen putzen nicht selten Gemüse auf der Tageszeitung, wie beispielsweise Rhabarber oder Spargel. Auch frische Salate werden gerne in Zeitungspapier eingewickelt. Salat besteht zum größten Teil aus Wasser, die Schnittfläche ist offen. So ist weder das Putzen von Gemüse auf dem Papier noch das Einwickeln von Salat ratsam. Auch hier können Schwermetalle oder andere Schadstoffe aus der Druckerschwärze auf das Lebensmittel übergehen.
Der Ausspruch: „Das haben wir schon immer so gemacht und leben noch“ ist hinfällig, denn heutzutage wissen wir mehr über die Gefahren und werden auch häufiger mit einer Fülle von gesundheitlich schädlichen Stoffen konfrontiert.
Und was ist mit der Grill-asche? Auch die sollte dem Kompost nur in kleinen Mengen untergemischt werden. Es könnte eine Konzentration von Schmermetallen in der Asche vorhanden sein, die sich dann wiederum im Kompost anreichert.