Es geht eigentlich ganz einfach: Hühnerbrust in Stücke schneiden, würzen, in Mehl wenden, durch verquirltes Ei ziehen, in Fett ausbacken und fertig sind die selbstgemachten Nuggets. Flotter geht es natürlich mit vorgefertigter Ware aus dem Supermarkt. Doch hier versteckt sich meist Fleisch unbekannter Herkunft unter einer dicken Schicht Panade. Die Preisunterschiede für das gehaltvolle Teilchen sind enorm. All das hat der österreichische Verein für Konsumenteninformation getestet. Sogenannte Chicken Nuggets können aus echten Fleischstücken hergestellt werden oder aus Formfleisch. In Deutschland dürfen von der brätähnlichen Substanz maximal 10 Prozent in Geflügelfleischprodukten enthalten sein. Das EU-Recht schreibt vor, dass Formfleisch auf der Zutatenliste mit dem Hinweis „aus Fleischstücken zusammengefügt“ zu kennzeichnen ist.
Ist das Fleisch intensiv durch den Fleischwolf gedreht, entsteht ein feinporige Masse, sodass Muskelfasern nicht mehr zu erkennen sind. Die Hühner bzw. das Fleisch für Chicken Nuggets wird in diversen Ländern eingekauft. Es stammt vorwiegend aus Großbetrieben. Da es sich um ein verarbeitetes Produkt handelt, muss die Herkunft des Fleisches auf der Verpackung nicht angegeben werden.
Der Panadeanteil wurde bis zu 40 Prozent nachgewiesen. Das macht die gekauften Nuggets so gehaltvoll, denn die Bröselummantelung saugt das Fett nahezu restlos auf. Vielen Nuggets wird Zucker in Form von Dextrose, Maltose und Glucosesirup zugesetzt. Nicht selten kommen noch Geschmacksverstärker wie Hefeextrakte und ziemlich viel Salz zum Einsatz. Vielleicht sollte man auch diesen Tatsachen ins Auge schauen beziehungsweise sie der Nährwertkennzeichnung auf der Verpackung entnehmen: Für sechs Nuggets sind 265 Kilokalorien keine Seltenheit. Soße und Beilagen nicht mitgerechnet.
Apropos Geflügelbrust: Schlankheitsliebende und Gesundheitsbewusste lieben das kulinarisch Flatterhafte besonders. Schließlich hat das weiße Fleisch im Vergleich zum Roten ein positives Image. Kein Wunder, dass Putenwurst oder der Salatteller mit gebratener Hähnchenbrust hoch im Kurs stehen. Doch aus ethischer, ökologischer und auch gesundheitlicher Sicht sind konventionell aufgewachsene Hühner, Puten oder Enten keine echten Alternativen zu den Vierbeinern. Mittlerweile wird alleine in Deutschland – auf das Gewicht bezogen – mehr Federvieh geschlachtet als Rind und Kalb. Das sind 1,24 Millionen Tonnen für den hiesigen Markt, die Importware kommt noch dazu. Ohne intensive, industrialisierte Tierhaltung sind solche Mengen nicht zu produzieren. Ein Masthuhn hat ein kurzes Leben von sechs Wochen, eine Mastpute 18 Wochen zu überstehen. Auch Biobauern brauchen eine gewisse Bestandsdichte, um wirtschaftlich produzieren zu können. Aber der Lebensraum für die Tiere, die Lebensdauer, die Futterart, Medikamentengabe und mehr ist genau geregelt – im EU-Biobereich etwas lockerer, bei den deutschen Bio-Verbänden dagegen sehr streng.
Auf jeden Fall ausprobieren kann man deshalb fleischlose Alternativen zu den Chicken Nuggets, zum Beispiel diese:
Gebackener Schafskäse
für zwei Personen
Zutaten: zwei Scheiben Feta, drei Esslöffel Sesam, vier Esslöffel zerstoßene, ungezuckerte Cornflakes, ein Esslöffel Dinkelmehl, zwei verquirlte Eier
Zubereitung: „Panierstraße“ aufstellen, Käse in sechs Streifen schneiden, in Mehl, Ei, Sesam und Cornflakes wenden. In heißem Öl von allen Seiten knusprig braten. In dem restlichen Fett lässt sich gut noch frische Petersilie oder Salbei fritieren.