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Günstiges Wasser ist am besten

von Redaktion

Viele der besten Mineralwässer kosten wenig Geld. 13 von der Stiftung Warentest jetzt mit „gut“ bewerteten Wässer sind schon für 13 Cent pro Liter zu haben. In dem Test von insgesamt 30 Mineralwässern mit Kohlensäure schnitten 17 mit der Note „gut“ ab, elf sind „befriedigend“, zwei nur „ausreichend“, heißt es in der Zeitschrift „test“ (Juli-Ausgabe). Am besten bewertete die Stiftung Warentest die Classic-Mineralwässer von Aldi Süd „Aqua Culinaris Kurfels“, „Naturalis Vitalbrunnen“ und „Naturalis Quintus-Quelle“ von Netto sowie Rewes „Ja! aus der Waldquelle“ (jeweils 13 Cent pro Liter). Auch Traditionsmarken wie Adelholzener, Gerolsteiner, Alasia und Aquintus schnitten mit „gut“ ab, sind jedoch teurer – sie kosten 19 bis 66 Cent pro Liter. In einem der beiden mit „ausreichend“ bewerteten Wässer („Mineralwasser Classic“ von Berg Quelle) fanden sich Keime, die für ältere Menschen, Babys und Immunschwache bedenklich sein können. Das andere („K-Classic Urstromquelle Spritzig“ von Kaufland) schmeckte deutlich nach Zitrone, was meist mit dem Stoff Acetaldehyd aus der PET-Flasche zusammenhängt. Was Verbraucher sonst noch über Mineralwasser wissen sollten:

-Wo bekommt man die besten Wässer der Handelsmarken?

Das ist nicht immer einfach. Viele der mit „gut“ bewerteten Wässer sind nicht bundesweit erhältlich, sondern nur regional. Auf den Flaschen steht zwar der Quellort, aber nicht, wo es verkauft wird – das wissen nur die Händler. Aus der Tabellenspitze der fünf am besten bewerteten Mineralwässer ist nach Angaben der Stiftung einzig die Traditionsmarke „Adelholzener Classic“ bundesweit erhältlich.

-Warum kommt Wasser mit gleichem Namen aus verschiedenen Quellen?

Discounter und Supermärkte führen unter ein und demselben Markennamen Wasser aus verschiedenen Quellen. Zum Beispiel „Aqua Culinaris“ von Aldi Süd. Das eine im Test kommt aus dem Kurfels-Mineralbrunnen in Duisburg, das andere aus der Aquata-Quelle in Baden-Württemberg. Beide schneiden zwar gut ab, aber nur das Duisburger ist Testsieger. Eine Sprecherin von Aldi Süd sagte auf Anfrage von „test“: „Das Wasser unserer Eigenmarke stammt aus insgesamt zehn Quellen. Die Filialen werden größtenteils mit Wasser der nächstgelegenen Quelle beliefert.“ Reiche in Ausnahmefällen, wie im Hochsommer, das Angebot nicht, komme Nachschub aus anderen Quellen.

-Ist Mineralwasser mineralstoffreich?

Nein, längst nicht jedes. Seit einer EU-Reform aus dem Jahr 1980 muss Mineralwasser keinen Mindestgehalt an Mineralstoffen mehr haben. 17 der getesteten Classic-Wässer enthalten nur wenig, 14 davon sogar weniger als vielerorts das Leitungswasser.

-Enthalten die Wässer Schadstoffe?

Einige schon – aber sie sind gesundheitlich trotzdem unbedenklich. In fünf Wässern fanden die Tester leicht erhöhte Gehalte an Arsen, Nickel oder Uran. Die Stoffe können sich aus Gesteinsschichten lösen, durch die das Wasser in die Quelle sickert.

-Wie gut ist Wasser aus Plastikflaschen?

In jedem Wasser aus PET-Flaschen konnten die Warentester geringe Mengen Acetaldehyd nachweisen. Es entsteht bei der Herstellung von PET-Flaschen. Schon Millionstelgramm können Wasser untypisch fruchtig schmecken lassen. Gesundheitskritisch ist der gemessene Gehalt nach Angaben der Stiftung Warentest allerdings nicht.

-Wie kommt die Kohlensäure ins Wasser?

Von Natur aus perlt in Mineralwasser etwas Kohlensäure aus der Quelle, in Vulkanregionen besonders viel. Oft reicht der Gehalt nicht für ein starkes Prickeln, dann kommt technisch hergestellte Kohlensäure hinzu. Sie wird durch Gärungs- oder Verbrennungsprozesse gewonnen. Auf dem Etikett steht dann „mit Kohlensäure versetzt“ – wie bei allen Classic-Wässern im Test.

-Was bewirkt Kohlensäure im Wasser?

Kohlensäure ist die Verbindung von Wasser mit Kohlenstoffdioxid (CO2). Mineralwasser enthält nur Spuren dieser echten Kohlensäure, das meiste ist gelöstes CO2. Landläufig fasst man beides unter dem Begriff Kohlensäure zusammen. Kohlensäure kitzelt im Mund und schmeckt leicht sauer. Sie bestimmt auch den pH-Wert des Wassers im leicht sauren Bereich – im Mittel bei 5,3. Bei Medium-Wässern ist er ähnlich. Leitungs- und stilles Wasser sind eher neutral.

-Wie viel Kohlensäure ist in Mineralwasser?

Es ist nicht vorgeschrieben, wie viel Kohlensäure ein Mineralwasser haben soll. Die Gehalte im Test variieren: „Berg Quelle“ sprudelt mit 6,2 Gramm pro Liter am meisten. Am wenigsten enthalten „Naturalis Quintus-Quelle“ von Netto und „Quellbrunn Brandenburger Urstromquelle“ von Aldi Nord. Mit nur 4,2 Gramm pro Liter würden sie auch als Medium durchgehen.

Weitere Informationen

Die vollständigen Ergebnisse sind kostenpflichtig unter www.test.de/mineralwasser abrufbar. Oder in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „test“, die seit gestern im Handel ist, nachzulesen.

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