Im Garten steht ein gut tragender Birnbaum. Saftig und aromatisch sollen die Früchte sein. Doch oft erfreut sich zwar das Auge, doch das Messer hat enorme Schwierigkeiten, das Obst zu teilen. Es liegt an dem reichlichen Vorkommen von Steinzellen. Es handelt sich um stark verdickte, häufig verzweigte, von Tüpfelkanälen durchzogene Zellen, die sich zu regelrechten Steinzellenhaufen gruppieren können. Im fortgeschrittenen Stadium enthalten die Zellen nur noch etwas wässrige Flüssigkeit, der meist sämtliche Aromastoffe fehlen.
Das Phänomen der Steinzellenbildung hängt meist mit einem Bormangel in den Böden zusammen. Viele Birnensorten bilden eine besonders kleinzellige Oberhaut. Das macht die Schale härter und rauer. Entstehen bereits vor der Ernte braune Flecken auf der Schale, wurde unter anderem Wundkork gebildet. Alles in allem keine Gefahr für die Gesundheit, aber eben auch keinesfalls ein Hochgenuss. Übrigens kommen Steinzellen auch in Quitten und Pflaumen vor, nicht dagegen in Äpfeln.
Ein ebenfalls häufig auftretendes Phänomen: Ein genüsslicher Biss in Pfirsich oder Nektarine, der jäh durch die Entdeckung eines gespaltenen Kernes getrübt wird. Die Kern- oder Steinspaltung tritt häufig bei frühen Sorten, aber auch durch nährstoffarme Böden, schlechte Wasserversorgung oder bei extremen Witterungswechseln während der Fruchtentwicklung auf.
Ein gespaltener Kern ist kein Grund zur Beunruhigung, solange der innere Kern – quasi der Kern im Kern – nicht mitgegessen wird. Er ist wegen seines hohen Blausäuregehaltes sehr giftig. Dass eine Spur Blausäure in das Fruchtfleisch übergeht, ist zwar möglich, aber selbst für Kinder gesundheitlich absolut unproblematisch.
Sollten sich allerdings Schimmelsporen zeigen, ist dringend von dem Fruchtgenuss abzuraten. Unter den über 800 verschiedenen Schimmelpilzarten gibt es einige, die nachweislich stark krebserregend sind. Weil es nicht erkennbar ist, ob der vorhandene Schimmel zu den gefährlichen oder harmlosen Sorten gehört, ist es besser, auf das befallene Obst zu verzichten. Bei Fäulnisanzeichen gilt das Gleiche. Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen sind sehr sensibel. Sie fordern bestimmte Temperatur-, Feuchte- und Lüftungsbedingungen. Mangelhafte Qualität bedeutet Aromaverlust, eine mehlig-trockene Konsistenz und einen faden Geschmack. Wird das Obst zwar kühl, aber zu lange gelagert, fault es von innen nach außen. Auch kältegeschädigtes Obst trägt der Kunde leider viel zu oft nach Hause.
Durch solche Mängel ist die Qualität beeinträchtigt, gesundheitliche Gefahren gibt es aber nicht. Das Obst kann also durchaus noch gemixt oder zum Obstsalat verwendet werden. In der Hauptsaison, Juli und August, besteht die größte Chance, an einwandfreie, aromatische Früchte ranzukommen. Dass Pfirsiche und Nektarinen oft aufwendig einzeln verpackt werden, hat einen Grund: sie sind extrem stoßempfindlich. Sobald das Obst angeschlagen ist, verdirbt es leicht. Ein zusammenliegendes Obst in Schalen ist dagegen meist unreif.
Pfirsich-Tomaten-Sauce (für zwei Personen)
Zutaten: 250 Gramm Nudeln, eine kleine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, eine kleine Dose gestückelte Tomaten, ein großer saftiger Pfirsich, ein Esslöffel Raps- oder Olivenöl, ein Esslöffel Crème fraîche, ein Esslöffel Basilikum, eine halbe Chilischote oder Cayennepfeffer, Salz.
Zubereitung: Nudeln al dente kochen, Zwiebel und Knoblauch fein hacken, Öl in der Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch und Tomaten zugeben, Pfirsich heiß brühen, Haut abziehen, halbieren, Fruchtfleisch würfeln und mit der Crème fraîche zum Tomatengemisch geben, abschmecken und mit den Nudeln servieren, zum Schluss mit klein geschnittenem Basilikum bestreuen.