Wochenmarkt-Spezial

Auf dem Weg zum Küchenprofi

von Redaktion

Von Heidrun Schubert*

Praktische Küchentipps gibt es viele. Gut, wenn sie tatsächlich die Qualität betonen, das Aroma schützen und hervorheben und zur Not auch Pannen ausbügeln oder vermeiden. Hier einiges Empfehlenswertes.

Knackige Pilze

Pilze sollten Verbraucher möglichst nicht waschen. Und wenn, dann mit folgendem Trick: trocken abpinseln, leicht mit Mehl bestäuben und kurz in eine mit Wasser gefüllte Schüssel geben, etwas schwenken. Das Mehl bindet die anhaftende Erde. Die Pilze in einem Sieb abtropfen lassen und mit einem Küchentuch trockentupfen. Pilze mögen hohe Temperaturen. Brät man sie in bereits heißem Fett bei guter Hitze 3 bis 4 Minuten kurz an, schließen sich die Poren, sodass kein Saft herausläuft. Sie bleiben knackig. Danach die Hitze etwas drosseln und weitere rund vier Minuten garen. Zu geringe Hitze macht die Pilze gummiartig und schwammig. Erst nach dem Garen salzen.

Gekochte Eier

Hartgekochte Eier nach dem Kochen nicht abschrecken. Durch das Eintauchen in kaltes Wasser entsteht zwischen der Schale und dem Eiweiß eine Luftschicht. Dadurch sind die Eier zwar einfacher zu schälen, Mikroorganismen können sich aber leichter vermehren. Die Eischale besteht aus Kalk und ist von Natur aus leicht porös. Ist sie unverletzt, verlängert das die Lagerzeit. Nicht abgeschreckte, schalenintakte hartgekochte Eier, die durchgehend im Kühlschrank gelagert wurden, sind rund drei Wochen haltbar.

Fester Eischnee

Eiweiß lässt sich besser aufschlagen, wenn es zimmerwarm ist. Allerdings müssen sämtliche Utensilien fettfrei sein. Wird das Gefäß zuvor mit etwas Essig und Salz ausgerieben, kann das Ergebnis ein noch stabilerer Eisschnee sein.

Aromatische Tomaten

Lagern Tomaten im Kühlschrank, verlieren sie schnell an Geschmack. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei längerer Kühlung Gene ausgebremst werden, die für die Produktion flüchtiger Aromastoffe in der Tomate verantwortlich sind. Bereits produzierte Aromastoffe entweichen ebenfalls. Außerdem bremst eine kalte Tomate die Sinneswahrnehmung der verbliebenen Rest–aromen. Natürlich spielt auch die Sorte, die Sonneneinstrahlung und der Erntezeitpunkt eine Rolle.

Ganze Gewürze

Gewürze, die nach dem Garen stören würden – etwa ganze Nelken, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Zimtstangen – sollten Verbraucher in einen speziellen Beutel zur Teezubereitung geben und in den Topf hängen. Nach dem Garen lässt sich das Sackerl einfach entnehmen.

Frisches Wasser

Leitungswasser sollte nach der Nacht und dem Urlaub immer so lange aus dem Hahn laufen, bis es richtig kalt ist. Steht es länger in der Leitung oder Armatur, kann es gelöste Stoffe aus dem System enthalten. Zudem besteht dann die Gefahr einer höheren Keimbelastung.

Schwieriger Borretsch

Frische Kräuter sind ohne Zweifel gesund und bereichern nahezu jedes verzehrsfertige Gericht. Nur eines aus der Riege kann Probleme machen. Es ist der Borretsch. Das Kraut enthält von Natur aus Pyrrolizidinalkaloide, die leberschädigend und krebserregend wirken können. Das Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart rät Verbrauchern, nicht mehr als zwei Gramm täglich zu verzehren.

Knuspriger Fisch

Fisch lässt sich gut in heißem Oliven- oder Rapsöl braten. Spitzenköche empfehlen 70 Prozent der Zeit auf der Hautseite und 30 Prozent auf der Fleischseite zu braten. Nicht mit Butter übergießen: Die weicht die knusprige Haut wieder auf.

Zartes Fleisch

Fleisch braucht Zeit: Allerdings muss es beim Grillen oft schnell gehen. Doch gutes Fleisch wird erst richtig zart, wenn es drei Stunden vor dem Essen aus dem Kühlschrank kommt und eingeölt, in flacher Form liegend, bei 20 bis 80 Grad in den Ofen geschoben wird. Dabei soll es eine Kerntemperatur von 50 Grad erreichen (Fleischthermometer erhältlich im Haushaltswarengeschäft). Danach genügt das kurze, goldbraune Anbraten. Wenn es schneller gehen muss: Dann lässt sich ein qualitativ hochwertiges, fertig gegrilltes Fleisch mit einer Mischung aus Olivenöl- Limettensaft und frisch zerstoßenem Pfeffer einstreichen.

Fehlendes Ei

Ein fehlendes Ei lässt sich in Kuchen oder Gebäck durch ein Esslöffel Stärke- oder Sojamehl mit etwas Wasser angerührt, durch eine halbe zerdrückte Banane oder 80 Gramm Apfelmus ersetzen. Bei Pfannkuchen Leinsamen mit drei Esslöffel Wasser vermischt und etwas gequollen um die Rezeptur von zwei auf ein Ei reduzieren. Tomatenmark, Seidentofu oder Johannisbrotkernmehl binden wie Ei. Kurkuma zaubert eine Dotterfarbe.

Haltbare Karotten

Karottengrün sollte nach dem Einkauf abgeschnitten und die Wurzeln im Gemüsefach gelagert werden. Das Grün entzieht dem Gemüse Kraft und Saft und macht es schlapp.

Sämige Suppen

Zum Andicken von Suppen und Soßen einfach eine möglichst „mehlig kochende“ Kartoffel mitkochen.

Eisgekühlter Wein

Manche Gerichte profitieren von einem Schuss Wein. Bleibt ein Rest in der Weinflasche übrig, lässt er sich in Eiswürfelbehälter füllen und später portionsweise entnehmen. Auch Reste von Säften sind in eisiger Form attraktiv in Mineralwasser oder Sekt.

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