In den Gärten hat die Ernte der beliebtesten Gemüseart der Deutschen begonnen. Fast täglich reifen neue Früchte nach. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie informieren über die Tomate, die sich nun in unterschiedlicher Weise präsentiert. Frühe Sorten werden schon seit einigen Wochen geerntet, während verschiedene großfruchtige Sorten noch brauchen, um zur Reife zu gelangen. Leuchtende, pralle Früchte sind das Ziel. Die klassische Tomate ist rot und rund. Doch wer die Vielfalt liebt, ist bei Tomaten gut aufgehoben. Es gibt fingernagelgroße Johannisbeertomaten, kirschgroße Cherrytomaten, Cocktailtomaten, Fleischtomaten in Rot, Gelb, Orange oder fast Schwarz sowie gestreifte Tomaten in verschiedener Form.
Die meisten Tomaten sind Stabtomaten, die einen Haupttrieb besitzen, der immer weiter wächst, und deren Seitentriebe ausgebrochen werden. Dann gibt es noch determinierende Sorten, sogenannte Buschtomaten. Diese beenden das Wachstum selbstständig, wenn vier bis fünf Blüten- und Fruchttrauben gebildet wurden. Ein Ausgeizen ist nicht nötig. Balkontomaten bleiben besonders klein und kompakt. Sie eignen sich wunderbar für Balkonkästen und Kübel.
Generell brauchen Tomaten viele warme und sonnige Tage, um zur Reife zu gelangen. Jedoch kann es bei hochsommerlichen Temperaturen auch zu Schäden kommen, besonders dann, wenn die Pflanzen in einem Kleingewächshaus stehen. Hitzeschäden, Wachstumsstörungen und Sonnenbrand vor allem auf den Früchten sind die Folgen. Tomaten benötigen eine gleichmäßige Wasserzufuhr, um auch ausreichend Nährstoffe aufzunehmen und ein Aufplatzen der Früchte zu verhindern. Im Gartenbeet gelingt dies leichter als bei Pflanzungen in Gefäßen. Es besteht die Gefahr, dass bei Hitze die Wurzeln im Topfrandbereich absterben und somit es die Pflanzen schwerer haben, Wasser und Nährstoffe mit den verbleibenden Wurzeln aufzunehmen. Vermehrt tritt dann die Blütenendfäule auf. Hierbei verhärtet und verbräunt die Stelle am Blütenansatz. Dies ist keine Krankheit, sondern eine Ernährungsstörung, da nicht genügend Kalzium aus dem Boden aufgenommen und in die Fruchtzellen transportiert werden konnte.
Werden die Blätter gelb oder der Neutrieb dünner, so kann mit schnell wirkenden Nährstoffen nachgedüngt werden. Es eignen sich vor allem Flüssigdünger, die schnell aufgenommen werden (organische – etwa Vinasse – und mineralische – etwa Ammonsulfatsalpeter). Das Mulchen des Bodens beispielsweise mit Stroh schützt den Boden vor starker Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Es fördert das Bodenleben, welches die Nährstoffe im Boden für die Pflanze verfügbar macht. Spätestens Mitte September kann der Mitteltrieb gekappt werden, denn dort angelegte kleine Früchte reifen meist nicht mehr aus. Außerdem entlastet dies den Tomatenstock.
Wem Tomaten momentan zu viel sind und sie nicht nur immerzu roh essen mag, kann die Früchte auch wunderbar für verschiedene Rezepte nutzen. Verwertet werden sie nicht nur als Salate und Suppen. Ein Konservieren für „tomatenlose“ Monate geht problemlos als Püree oder fertiges „Ketchup“. Dieses lässt sich einfrieren oder heiß in Schraubgläser füllen.