Der Mann im Weißen Haus poltert weiter, droht jetzt mit Zöllen auf alle chinesische Importe. Und dann wettert Donald Trump auch noch gegen die US-Notenbank Fed und deren Zinspolitik. Was wiederum den Dollar schwächt. An der Börse wächst die Verunsicherung über die Folgen dieses Treibens für die Weltwirtschaft. Der Deutsche Aktienindex Dax ging am Freitag deutlich in die Knie, rutschte zeitweise um mehr als 200 Punkte unter die Schwelle von 12 500 Punkten. Noch am Mittwoch hatte er sich Richtung 12 800 bewegt. Wohl auch ein wenig unter dem Eindruck des zwischen der EU und Japan geschlossenen Freihandels-Abkommens. Die anstehende Woche wird zeigen, ob der von Trump angezettelte Handelskonflikt bei den deutschen Konzernen Wirkung zeigt. Dann legen unter anderem Daimler und BASF ihre Quartalsberichte auf den Tisch. Eher gemischte Ergebnisse erwartet Markus Wallner von der Commerzbank. Mit Interesse werden Volkswirte, Händler und Analysten auch auf Mario Draghi, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) schauen und hören. Der EZB kann eine Schwächung des internationalen Handels und letztlich auch der europäischen Unternehmen nicht gleichgültig sein. Andererseits: Eine erste Erhöhung des Leitzinses dürfte ohnehin nicht vor September 2019 anstehen, sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Die Börsianer, da ist sich Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der DekaBank sicher, werden am Dienstag sehr genau das Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Trump analysieren. Kann der Europäer die Wogen im Handelsstreit glätten? Die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat Alexander Lokat von der Weberbank. Weitere Treffen mit Trump könnten auch wirtschaftliche Überraschungen bringen. Er glaube nicht an eine Eskalation des Handelsstreits. rolf obertreis