test

Schadstoffe in vielen Buntstiften

von Redaktion

von Eugen Weigel

Teure Malsachen, wenig Schadstoffe? So einfach ist es nicht. Auch in teureren Stiften hat die Stiftung Warentest viele bedenkliche Substanzen gefunden. Etwa jedes dritte von 35 überprüften Sets bekam daher das Urteil „mangelhaft“: 12 Mal vergaben die Tester diese Note, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift „test“ (Ausgabe 8/2018). Außerdem gab es sieben Mal ein „sehr gut“, sechs Mal ein „gut“, neun Mal ein „befriedigend“ und ein Mal ein „ausreichend“. Untersucht wurden Buntstifte, Fasermaler und Tintenpatronen.

Bei den Buntstiften schnitten die Produkte von Faber-Castell (0,75 Euro pro Stift), Stabilo (0,48 Euro), Bic Kids (0,33 Euro), Mäc Geiz (0,08 Euro) und Depesche (0,41 Euro) mit „gut“ ab. Das teuerste Stifteset, mit 79 Cent je Stift, war „Plus Farbstifte“ von der Firma Lamy und schnitt mit „mangelhaft“ am schlechtesten ab. Weitere mit „mangelhaft“ bewertete Sets sind von Staedtler (Noris Club Buntstifte), Rossmann (Schreibwelt Dreikant-Farbstifte), Tedi (Kids Buntstifte) und Müller (Buntstift-Set).

Negativ fielen vor allem Produkte auf, die im Lack oder in der Mine kritische Mengen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Einige von ihnen können Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung gefährden. In den Körper gelangen sie zum Beispiel, wenn Kinder die Stifte in den Mund nehmen. Nach Möglichkeit sollten Eltern zu unlackierten Stiften aus naturbelassenem Holz greifen, empfehlen die Warentester.

In einigen Buntstiften fanden die Tester aromatische Amine, die aus den sogenannten Azofarbmitteln stammen. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, Tumore verursachen zu können. Die Hersteller versichern zwar, dass diese Stoffe fest gebunden und nicht wasserlöslich sind. Allerdings geht es auch ohne Risiko: Alle mit „gut“ bewerteten Buntstifte enthalten keine Amine.

Bei den Fasermalern vergaben die Warentester die Note „sehr gut“ an die Stifte von Edding (0,43 Euro), Herlitz (0,15 Euro), Mäc Geiz (0,10 Euro), Pelikan (0,30 Euro), Stabilo (0,51 Euro) und Stylex (0,13 Euro). Zur Abwertung der Produkte von Bic Kids (Visa Fasermaler) und Idena (Fasermaler) auf die Note „mangelhaft“ führte der Einsatz von Konservierungsmitteln mit Isothiazolinonen: Diese Stoffe können Allergien auslösen.

Auch bei den Tintenpatronen handelt es sich bei den verwendeten Tinten um wässrige Lösungen, die anfällig für Schimmelpilze sind. Die eingesetzten Konservierungsmittel sollen den Befall verhindern.

Nur die Patronen von Schneider hielten die Tester für unbedenklich und bewerteten diese mit „sehr gut“ (0,12 Euro pro Patrone). Alle anderen Patronen bekamen das Urteil „mangelhaft“, da auch in ihnen zu hohe Gehalte an allergieauslösenden Konservierungsstoffen gefunden wurden. Es handelt sich um Produkte der folgenden Firmen: Pelikan (2001 Tintenpatronen TP/6 königsblau), Online (Rollerball-Tintenpatronen königsblau, Lamy (T10, blau löschbar), Kreuzer und Herlitz (Tintenpatronen königsblau). Im Gegensatz zu Buntstiften und Fasermaler werden Tinten nach einer Leitlinie der Europäischen Kommission nicht als Spielzeug aufgefasst. Während die Stiftung Warentest in diesem Test unter anderem Grenzwerte der Spielzeugnormen zur Orientierung herangezogen hat, zog sie bei den Tinten zusätzlich die Kosmetikverordnung heran. Bei Tinte achten Eltern am besten darauf, dass Kinder sich nicht großflächig damit anmalen. Falls es doch passiert, sollte sie abgewaschen werden.  mit Material von dpa

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