gartentipp der Woche

Organza-Säckchen schützen vor Schädlingen

von Redaktion

Die Trauben der Hausreben hängen üppig am Stock. Blaue Sorten färben schon um. „Es wird Zeit, Schädlingen vorzubeugen“, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Reife Früchte werden von Vögeln gerne gefressen. Sie zupfen sich ganze Einzelbeeren ab. Etwas kleiner sind dann Wespen. Sie beißen die Beeren an und fressen Stück für Stück. Bedingt durch den Schaden in der Fruchthaut und dem Austreten von Traubensaft werden andere Insekten wie Bienen, Schmeiß- und Fruchtfliegen angelockt. Sie tummeln sich an den reifen Früchten und können Schad-erreger wie Fäulnis und Schimmel begünstigen. Ein noch kleinerer Schädling ist die Kirschessigfliege. Seit ein paar Jahren tritt sie verstärkt auf. Sie schädigt fast reife, noch völlig intakte Früchte, indem das Weibchen mehrere Eier unter die Fruchthaut legt. Von außen sieht die Frucht zunächst noch normal aus. In der Beere entwickeln sich kleine Maden, die das Fruchtfleisch von innen auffressen. Dadurch entstehen kleine Dellen.

Da eigentlich jedes Jahr wieder die gleichen Schädlinge auftauchen, ist die Vorbeugung besonders wichtig. Netze eignen sich zur Abwehr gut, da stetiger Luftaustausch gewährleistet ist. Pilzliche Schad-erreger haben somit wenig Chancen, sich auszubreiten. Je größer die tierischen Schaderreger, umso gröber können die Maschen von Netzen sein. Während gegen Vögel Vogelschutznetze ausreichen, braucht man für Wespen schon feinere Gemüsefliegennetze. Als Schutz vor Kirschessigfliegen haben sich Organza-Säckchen bewährt. Dieser sehr feine Stoff hält selbst die winzigen Fliegen ab, bietet aber noch ausreichend Durchlüftung. Meist reichen Beutel der Größe 20 x 30 Zentimeter. Bei verschiedenen Internetanbietern und im Gartenfachhandel werden die Beutel mittlerweile sogar als „Traubenschutzbeutel“ angeboten.

Die Beutel werden über die Trauben gestülpt und mit einem Satinbändchen zugezogen. So gelangt kein Tier mehr hinein. Vor dem Schließen sollte man die Früchte auf Schädigungen überprüfen. Zur Ernte schneidet man dann wohlgereifte Trauben mitsamt der „Verpackung“ ab.

Auch bei anderen Obstsorten lassen sich die Beutel einsetzen, wenn die Früchte halbwegs beieinander sitzen wie bei Himbeere, Blaubeere oder Brombeere. Selbst einzelne Äpfel oder Pfirsiche lassen sich mit den Säckchen schützen, die mehrere Jahre halten.

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