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Was Ryanair-Kunden wissen müssen

von Redaktion

von rolf obertreis

Zum ersten Mal werden die Ryanair-Piloten in Deutschland am morgigen Freitag streiken. Nach Angaben der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) sind alle bei ihr organisierten Piloten, die an den 13 Basen des irischen Billigfliegers stationiert sind, aufgerufen, von Freitagmorgen 03:01 Uhr bis Samstagmorgen 02:59 Uhr die Arbeit zu verweigern. Ryanair zufolge fallen deshalb alle 250 Flüge mit deutscher Besatzung aus. Nur am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden sollen die Maschinen am Freitag starten. Dort wollten die Piloten unbedingt arbeiten. Betroffen von dem Streik sind, wie Ryanair-Manager Kenny Jacobs sagte, 42 000 Passagiere.

Passagiere können umbuchen

Ryanair habe betroffenen Passagieren die kostenlose Umbuchung auf Flüge an anderen Tagen angeboten. Der Pilotengewerkschaft VC hält Jacobs vor, viel zu kurzfristig zum Streik aufgerufen zu haben. Notwendig sei ein Vorlauf von sieben Tagen. Offenbar wolle VC vor allem Familien bei ihrem Flug in den Urlaub treffen. Auch in Irland, Schweden und Belgien legen Ryanair-Piloten am Freitag die Arbeit nieder. Dadurch fallen rund 400 der etwa 2400 Flüge aus. 55 000 Passagiere sind europaweit betroffen.

„Der Streik ist unnötig und unberechtigt und er bringt nichts“, sagte Jacobs. VC-Präsident Martin Locher erklärte, Ryanair müsse endlich in „konstruktive“ Verhandlungen über die Vergütung und die Arbeitsbedingungen eintreten. VC schließt weitere Streiks in den nächsten Wochen und Monaten nicht aus, sollte sich das Management von Ryanair nicht bewegen, ergänzte Ingolf Schumacher, bei VC für Tarifpolitik zuständig. Bei Ryanair ist man überzeugt, dass es soweit nicht kommt. Man wolle, so Jacobs, einen Tarifvertrag erreichen und habe noch am vergangenen Freitag konkrete Vorschläge gemacht und zu weiteren Gesprächen eingeladen. Darauf habe VC nicht reagiert.

„Wir hoffen auf konstruktive Gespräche. Klar ist aber auch: An unserem Geschäftsmodell werden wir nichts ändern.“ Jacobs deutete an, dass Ryanair bei weiteren Streiks kleinere Basen in Deutschland schließen und Maschinen abziehen könnte. Generell wolle Ryanair in Deutschland aber weiter wachsen.

Auswirkungen auf Laudamotion

Auch auf die österreichische Ryanair-Beteiligung Laudamotion hat der Streik Auswirkungen. „Aufgrund des angekündigten Streiks der deutschen Pilotengewerkschaft VC wird es am 10. August 2018 bei Laudamotion zu Flugstreichungen in Deutschland kommen. Betroffen sind nur jene Laudamotion Flüge, die von unserem Partner Ryanair im Auftrag von Laudamotion durchgeführt werden. Über Flugstreichungen der betroffenen Flüge wurden die Passagiere per E-Mail informiert. In Vorbereitung auf den Streik erhalten diese die Möglichkeit, ihren Flug kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren“, erklärte Laudamotion-Sprecherin Milene Platzer gestern gegenüber Austrian Aviation Net.

Streit um die Arbeitsbedigungen

Nach Angaben von VC-Tarifexperte Schumacher hat Ryanair lediglich angeboten, die bestehenden Vergütungs- und Arbeitsstrukturen in Verträgen festzuschreiben. „Dafür stehen wir nicht zur Verfügung.“ Ryanair hat die Gehälter eigenen Angaben zufolge am Jahresanfang um 20 Prozent erhöht. „Davon kann keine Rede sein“, sagt VC-Vizepräsident Markus Wahl. Die Hälfte sei eine Einmalzahlung gewesen, für den Rest hätten die Piloten auf freie Tage verzichten müssen. Damit habe Ryanair versucht, die Abwanderung von Piloten zu verhindern und den Wunsch nach Tarifverträgen einzudämmen.

Insgesamt beschäftigt Ryanair in Deutschland 480 Piloten, davon sind, so die Gewerkschaft, zwei Drittel fest angestellt, Ryanair spricht von 80 Prozent. Ein Drittel oder 20 Prozent sind als selbstständige Unternehmen zu schlechteren Kondition etwa bei Krankheit und beim Kündigungsschutz aktiv. Zum Jahresende sollen aber auch sie feste Verträge erhalten, betont Jacobs. Auch zu den Gehältern der Piloten machten Gewerkschaft und Unternehmen bis zuletzt unterschiedliche Angaben.

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