Duftend – das bedeutet Basmati auf Hindi. Der langkörnige, schlanke Reis wächst am Fuße des Himalayas in Indien und Pakistan. Er ist besonders aromatisch und hat bereits ungekocht eine charakteristische Duftnote, die ihn von anderen Reissorten unterscheidet. 31 Basmatireise hat die Stiftung Warentest für ihren Test (ausführlich in der Septemberausgabe der Zeitschrift „Test“) ausgewählt, darunter weißen Reis – lose verpackt und im Kochbeutel – sowie Vollkornreis und vorgegarten Reis für die Mikrowelle. Untersucht wurden unter anderem bekannte Marken wie Uncle Ben’s, Oryza und Tilda, aber auch Eigenmarken vom Discounter und Bio-Reis. Die Gesamturteile reichen von gut bis mangelhaft.
Preis sagt nichts über die Qualität
Viele Anbieter im Test loben ihren Basmati auf den Verpackungen etwa als „Spitzenreis“ aus, der eine „erlesene Qualität“ habe, „ausgesprochen aromatisch“ sei und „höchsten Reisgenuss“ biete. Spitzenqualität fanden die Prüfer aber nur selten. Dabei ist der Preis – die Produkte kosten zwischen 1,78 Euro und 8,45 Euro pro Kilogramm – kein Indiz für Qualität. Auf den ersten und letzten Plätzen finden sich sowohl preiswerte Discounter als auch teure Marken sowie Bio-Produkte. Geschmacklich am besten ist der Reis der britischen Marke Tilda (6,60 Euro pro Kilogramm). Sensorisch sehr gut ist auch der gute Reis von Bio-Anbieter Davert (7,50 Euro/Kilo). Preiswert und gut sind Aldi Süd Le Gusto und Netto Marken Discount Satori (je 1,99 Euro/Kilo).
Von blumig bis pappig
Kulinarische Spitzenklasse bieten nur drei Produkte im Test. Ihre blumigen, mal röstig-nussigen, mal herb-fruchtigen Duftnoten beschreiben die Experten der Stiftung Warentest als „aromatisch und komplex“. Der Basmati von Tilda erhält geschmacklich sogar eine glatte Eins. Sensorisch mangelhaft ist dagegen der Kochbeutel-Reis von Edeka. Er hat nicht den Hauch einer Basmati-Note und schmeckt laut den Testern „etwas pappig und leicht dumpf-modrig“.
Jeder dritte Basmati enthält Schadstoffe
Insgesamt elf Produkte erhalten im Prüfpunkt „Schadstoffe“ die Note Ausreichend oder Mangelhaft. Das liegt an Pestiziden, Begasungsmitteln und einem Schimmelpilzgift. Ein aktuelles Thema bei Reis ist das Fungizid Tricyclazol, ein Pestizid gegen Pilzbefall. Seit 1. Januar 2018 gibt es einen neuen, deutlich niedrigeren Grenzwert für Basmati. Fünf Produkte im Test überschreiten ihn. Alle wurden laut ihren jeweiligen Anbietern aber bereits 2017 importiert. Die Tester haben sie daher mit ausreichend bewertet.
Bei anderen Pestizidfunden ist die Sache klarer: Zwei Produkte – der weiße Reis von Fair East und der Mikrowellenreis von Netto Marken-Discount – enthalten mehr Rückstände eines Pflanzenschutzmittels als erlaubt und hätten nicht verkauft werden dürfen. Das führt zu einem Mangelhaft im Gesamturteil. Auch das Schimmelpilzgift Aflatoxin B 1 fanden die Tester in einigen Produkten – der Grenzwert wird nie überschritten.
Begasungsmittel gegen Schädlinge
Um Reis etwa während des Transports von Asien nach Europa vor Vorratsschädlingen zu schützen, können die Körner begast werden. Ein mögliches Mittel ist Phosphan. Es darf bei Bio-Ware nicht verwendet werden. In zwei Reisen mit Biosiegel fand die Stiftung Warentest aber Rückstände von Phosphan.
Ein weiteres Begasungsmittel ist Methylbromid. In der EU darf das Mittel nicht angewendet werden, in den reisproduzierenden Ländern Indien und Pakistan ist es aber erlaubt. Bei zwei Produkten ergaben die Analyseergebnisse der Stiftung Warentest, dass sie mit Methylbromid begast wurden. Für beide Begasungsmittel gilt: Gefährlich ist nur der Direktkontakt mit dem Gas – der abgepackte Reis selbst ist unbedenklich. Die Gase sind schlecht für die Umwelt.
Reinheitsgebot für Basmatireis
Für Basmatireis gibt es so etwas wie ein Reinheitsgebot, den „Code of Practice on Basmati Rice“ aus Großbritannien. Er toleriert sieben Prozent Fremdreis. Nur der Reis von Neuss & Wilke hat mit durchschnittlich neun Prozent zu viele Nicht-Basmati-Körner. Zum Vergleich: Im letzten Basmati-Test der Stiftung Warentest im Jahr 2010 enthielten fünf Produkte zu viel Fremdreis und zwei davon nicht einmal ein einziges Korn Basmati.
Eine weitere Vorgabe im Reis-Code: Basmati darf nur zehn Prozent Bruch enthalten. Das sind kleine gebrochene Reiskörner. Die Prüfer haben die ungekochten Körner in mühsamer Fisselarbeit sortiert – insgesamt 5,8 Kilogramm Reis. Die Kornlese offenbart: In Kochbeuteln ist doppelt so viel Bruch wie in losem Reis.