Satte Dividendenrenditen in Sicht

von Redaktion

Immer wieder Italien. Und jetzt gesellen sich auch noch Zinsängste dazu, obwohl sich in Europa wenig bewegt und die Europäische Zentralbank (EZB) frühestens im Sommer nächsten Jahres an der Zinsschraube drehen wird. Aber in den USA geht es nach oben. Erstmals seit 2011 steht die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen bei mehr als drei Prozent. In Deutschland sind es nur 0,5 Prozent. Die Entwicklung in den USA schwappt über den großen Teich, glauben Volkswirte und Börsianer. Die Folgen sind beim Aktienindex Dax mehr als sichtbar. Der Index verliert in der ersten Oktober-Woche rund 100 Punkte und bewegt sich Richtung 12 100.

Höhere Zinsen sind für Aktienmärkte eher Gift. Auch wenn der Abstand hierzulande mit Blick auf die Dividendenrendite von in diesem Jahr meist mehr als drei Prozent immer noch groß ist und eigentlich weiter für Aktien spricht.

Dass der Renditeabstand zwischen Europa und den USA groß ist und derzeit eher noch größer wird, hat nach Ansicht von Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen auch mit der ausgabenfreudigen, populistischen Regierung in Rom zu tun. Das setzt die Eurozone unter Druck. David Kohl vom Bankhaus Julius Bär spricht vom „Italienischen Herbststurm“.

Da hilft auch der Börse wenig, dass zumindest in Nordamerika der Handelsstreit vom Tisch ist. Aber der Konflikt zwischen den USA und den Europäern ist noch nicht geklärt, ebenso der Streit Trumps mit den Chinesen. Das belastet die Konjunktur und auch die Unternehmen. Markus Wallner von der Commerzbank fürchtet, dass die Berichte für das dritte Quartal enttäuschen werden. Die Gewinnwarnungen der letzten Tage seien dafür ein klarer Indikator. Die Wachstumsprognosen werden mittlerweile korrigiert.

Entsprechend verhalten sind die Dax-Prognosen. Mehr als 12 300 bis 12 600 Zähler hat derzeit kaum ein Experte für das Jahresende auf dem Schirm. Erst 2019 sieht es wieder freundlicher aus mit einer Tendenz Richtung 13 000. Zuversicht verbreitet auch Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Weil es trotz der Probleme für deutsche Firmen immer noch vergleichsweise gut läuft, erwartet er bei 21 von 30 Dax-Firmen für 2018 erneut eine höhere Dividende.

Angesichts der gesunkenen Kurse winken bei einigen Konzernen satte Dividendenrenditen von über fünf Prozent wie bei der Telekom und bei der Münchener Rück. Bei der Allianz könnte sie Experten zufolge auch noch bei 4,8 Prozent liegen. In der zweiten Reihe ist sogar noch mehr drin. An der Spitze steht den Prognosen zufolge ProSiebenSat.1 mit 8,6 Prozent. ROLF OBERTREIS

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