Gefährlicher Spielspaß

von Redaktion

Kinder lieben den glibbrigen Spielspaß mit Slimes. Doch fünf von der Stiftung Warentest getestete Schleime setzen zu viel Borsäure frei. Borsäure ist in größerer Konzentration gesundheitsschädlich, die Produkte hätten so nicht verkauft werden dürfen.

Spielschleim glibbert durch die Finger und lässt sich zu schillernden Fäden ziehen. Glitzer, bunte Kügelchen, Plastikfiguren oder fluoreszierende Pulver machen die quietschbunte Glibberei oft noch bunter. Das Problem an dem schleimigen Kinderspaß steckt in der Masse, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest für die November-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ zeigt.

Borsäure schadet der Gesundheit

Für die besondere Konsistenz der Slimes (englisch für Schleim) sorgt nämlich Borsäure, die in größerer Konzentration gesundheitsschädlich ist. Als Spurenelement ist Bor für den Menschen wichtig. Gelangt jedoch zu viel Bor in den Körper, kann es akut etwa Irritationen, Durchfall, Erbrechen und Krämpfe hervorrufen. In Tierversuchen beeinträchtigte Borsäure die Fruchtbarkeit und die Embryonalentwicklung. Flüssiges oder haftendes Spielzeug darf daher nicht mehr als 300 Milligramm Bor pro Kilogramm freisetzen.

Die Tester nahmen fünf Produkte unter die Lupe: „Kinder Spielzeug Schleim“ von Jim’s Store, „Crystal Slime“ von Vikilulu, „Kristall Knete Set“ von Cosoro, „Super Slime Set“ von SuSenGo und „Glitzernder Glibber“ von iBase Toy. Den Grenzwert für Borsäure reißen alle fünf Schleime deutlich. Die von Vikilulu, Jim’s Store und iBase Toy geben sogar mehr als das Dreifache an Bor ab als erlaubt. Es sind keine Einzelfälle: In Tests von internationalen Partnerorganisationen der Stiftung Warentest überschritten 16 von 33 untersuchten Fertig-Slimes den Grenzwert, heißt es in der November-Ausgabe der Zeitschrift „Test“. Kinder kommen beim Spielen vor allem über die Haut mit Borsäure in Kontakt. Aber auch Mundkontakt oder gar Verschlucken ist nicht auszuschließen, insbesondere wenn der Schleim wie bei „Vikilulu Crystal Slime“ in Getränkedosen verpackt ist oder wie bei anderen mit Strohhalmen ausgeliefert wird.

Stiftung Warentest rät: Lieber weg damit

Alle getesteten Slimes wurden über Amazons Plattform Marketplace bestellt und stammen von chinesischen Firmen. Beim Verkauf über Marketplace ist Amazon selbst nicht der Anbieter und bei Produktmängeln nicht zur Gewährleistung verpflichtet. Dennoch hat Stiftung Warentest Amazon mit den Ergebnissen konfrontiert. Das Unternehmen teilte mit, dass die entsprechenden Produkte nicht mehr erhältlich seien.

Eine akute Gefahr gehe von den getesteten Schleimen wahrscheinlich nicht aus, heißt es bei der Stiftung Warentest. Die Stiftung rät dennoch, Kinder nicht der Matscherei mit den Borverbindungen auszusetzen. Insbesondere deshalb, da im Alltag Bor aus anderen Quellen dazukommt – zum Beispiel aus Lebensmitteln. Vergleichsweise viel Bor enthalten etwa Nüsse. Alternative kann man süßen, sicheren Knetschleim auch selber machen.  mm

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