LESER FRAGEN – EXPERTEN ANTWORTEN

Wie ETFs einen Index nachbilden

von Redaktion

Johann B.: „Im Mai 2015 habe ich für den „DB x-tr.MSCI World Index ETF Inhaber-Anteile 1C o.N. (LU0274208692 – DBX1MW)“ bei der IngDiba einen Sparplan mit monatlich 100 Euro abgeschlossen. Seit März 2018 heißt der ETF „Xtrackers MSCI World Swap Inhaber-Anteile 1C o.N. (LU0274208692 – DBX1MW)“ Können Sie mir bitte den Unterschied erklären und kann ich den Sparplan weiterlaufen lassen? Die Wertentwicklung beträgt bei mir 7,57 Prozent (Stand 20.08.2018), wobei die Wertentwicklung laut Internet für drei Jahre bei 30 Prozent liegt. Woher kommt diese große Differenz?“

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS hat zum 16. Februar 2018 den ETFs der Marke db-x-trackers einen neuen Namen gegeben und bietet diese seither unter der Bezeichnung „Xtrackers“ an. Gleichzeitig wurden darüber hinaus an einigen ETF-Namen Änderungen vorgenommen, um sie für den Anleger transparenter oder aussagekräftiger zu machen. Für den von Ihnen gehaltenen ETF weist die Bezeichnung „Swap“ auf die Art der Nachbildung des zugrunde liegenden Indexes durch den ETF hin. ETFs kaufen entweder sämtliche Wertpapiere des zugrunde liegenden Index, das sind dann ETFs mit direkter Nachbildung. Oder der Index wird synthetisch über Tauschgeschäfte mit Banken konstruiert, das sind dann sogenannte indirekte Replikationen des zugrunde liegenden Indexes.

Hier werden die rund 1640 Aktien des MSCI World nicht 1:1 gekauft, sondern nur ein Teil der Aktien. Die Differenz wird ausgeglichen über einen sogenannten Swap, einer Vereinbarung, die die DWS mit einer Bank abschließt. Der Kontrahent verpflichtet sich, die Performance des Referenzindexes zum Beispiel gegen die Rendite des Aktienkorbs zu tauschen. Sicherlich geht der Anleger ein Kontrahentenrisiko ein, da das Risiko besteht, dass der Swap-Anbieter seine Verpflichtungen im Insolvenzfall nicht mehr erfüllen kann. Um dieses Risiko zu reduzieren, werden die Swap-Vereinbarungen auf mehrere Kontrahenten verteilt (insgesamt vier). Jeder dieser Kontrahenten muss entsprechende Sicherheiten für das Swap-Geschäft hinterlegen. Synthetisch replizierte ETFs erlauben es, in bestimmten Fällen einen Index effizienter und besser nachzubilden. Die Art der Indexreplikation ermöglicht eine kostengünstigere Steuerung des ETF und eine exaktere Abbildung der Entwicklung des Indexes.

An den Anlagebedingungen der ETFs an sich hat sich nichts geändert. Das Anlageziel blieb unverändert, das heißt der ETF versucht weiterhin, den MSCI World abzubilden – wenn dieses weiterhin Ihrem eigenen Anlageziel entspricht, können Sie den Sparplan unverändert weiterlaufen lassen. Der Unterschied in der Wertentwicklung zwischen Ihrem Depot und der im Internet aufgewiesenen Performance liegt in der Art der Investition: Sie legen monatlich über einen Sparplan an, Ihre ausgewiesene Rendite entspricht der Summe Ihrer Käufe im Verhältnis zum aktuellen Wert. Die Wertentwicklung des ETFs im Internet wird für einen einmaligen Kauf vor drei Jahren ausgewiesen.

Artikel 3 von 4