Sie investieren derzeit in einen weltweit anlegenden Exchange Traded Fund (ETF). Diese Indexfonds bilden genau die Wertentwicklung ab, die der zugrunde liegende Index erzielt. Vor Kurzem hat der oben genannte Beitrag für Verwirrung gesorgt. Richtig ist, dass es sich bei Ihrem Fonds um einen sogenannten synthetischen ETF handelt. Vereinfacht gesagt, haben synthetische ETF nicht das im Fondsvermögen, was auf dem ETF draufsteht – statt MSCI-World-Werten also vielleicht nur japanische Aktien. Um Ihnen aber die versprochene Wertentwicklung des MSCI World zu geben, macht der ETF ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer großen Bank, oft ist das sein Mutterinstitut: Wertentwicklung japanische Aktien gegen MSCIWorld-Entwicklung. Das Gegenteil sind physisch replizierende ETF, die zum Beispiel genau die Aktien kaufen, die der entsprechende Index enthält.
Swaps lohnen sich für den ETF-Anbieter, weil die Kosten so geringer gehalten werden. 1600 Werte des MSCI World mit allen Dividendenausschüttungen, Käufen und Verkäufen zu halten und börsentäglich korrekt zu verbuchen, verursacht hohe Transaktionskosten. Große Banken dagegen haben „Mengen- und Zugangsvorteile“. Der Tauschpartner wird auch Swap-Partner genannt. Dieser kann ausfallen. Es klingt in dem ARD-Beitrag so, als könnte durch den Ausfall des Swap-Partners der ganze ETF auf Null sinken. Das ist aber nicht der Fall. Maximal zehn Prozent des Fondsvermögens darf der Swap ausmachen, in der Realität sind es oft nur drei bis fünf Prozent. Die meisten ETF-Anbieter sichern überdies das Swap-Ausfallrisiko ab, indem sie Wertpapiere hinterlegen oder das Swap-Geschäft täglich glattstellen. Davon ist im Beitrag nicht die Rede.
Im Falle einer weltweiten Bankenkrise würden Aktien vermutlich auch überall auf der Welt ins Trudeln geraten. Wir wissen aus den Krisen von 2001 und 2008, dass es kaum Märkte gibt, die sich entziehen können. Fällt dann ein Swap-Partner aus (eine große Bank also), dann fehlen dem ETF zunächst maximal zehn Prozent (eher ein bis drei Prozent). Er würde – vermutlich wie alle anderen Fonds auch – außerdem sinkende Kurse der restlichen Aktien verzeichnen. So läuft es eben in einer echten Krise.
Wenn Sie sich aber mit einem physisch replizierenden ETF wohler fühlen, dann könnten Sie den aktuellen Sparplan stoppen oder den bisherigen Bestand auch umschichten. Dies verursacht jedoch Gebühren. Der empfohlene Fonds wird nach meiner Recherche nicht mehr vertrieben. Ihn als risikoarm zu beschreiben, erscheint mir nicht passend. Es handelte sich um einen ganz normalen 100-prozentigen Aktienfonds. Diese sind nie risikoarm. Achten Sie bei der Auswahl eines neuen ETF darauf, dass Sie ihn kostenfrei monatlich besparen können.