LESER FRAGEN – EXPERTEN ANTWORTEN

Soll ich die Mischfonds verkaufen?

von Redaktion

Ingeborg M.: „Ich habe im Depot für Notfälle neben Aktienfonds auch Mischfondsanteile. Wenn die Zinsen irgendwann wieder steigen, gehe ich davon aus, dass es da zu Kursverlusten kommt. Dennoch würde ich die Mischfonds gerne behalten. Oder soll ich sie verkaufen? In eine Festgeldtreppe möchte ich aufgrund meines hohen Alters nicht mehr umschichten. Noch eine Frage: Bei der Wiederanlage von verkauften Fondsanteilen bin ich auf Angebote gestoßen, wo chinesische Aktien nach dem Hongkong Stock Programm empfohlen werden. Wie ist das Risiko?“

Als Reserve für Notfälle eignen sich Mischfonds nicht. Der Anlagehorizont bei Mischfonds sollte mindestens drei bis fünf Jahre betragen. Für Notfälle sollte ein gewisser Betrag auf einem Tagesgeldkonto vorgehalten werden, auf das Sie jederzeit zugreifen können. Es kann sein, dass es bei Mischfonds zu Kursverlusten kommt, wenn die Zinsen steigen. Das steckt dahinter: Mischfonds haben in der Regel einen Anteil Anleihen. Der Kurs von Anleihen wird sinken, wenn die Zinsen steigen, da dann die neuen, mit höherem Zinskupon ausgestatteten Anleihen gefragt sind. Jedoch haben Mischfonds unterschiedlich hohe Anteile in Anleihen angelegt – hier lohnt ein Blick auf die Zusammensetzung. Zum Beispiel der als Mischfonds geltende beliebte Flossbach von Storch Multiple Opportunities hält derzeit rund 67 Prozent Aktien, rund 15 Prozent Kasse sowie knapp 10 Prozent Edelmetalle. Anleihen schlagen nur mit rund 7 Prozent zu Buche.

Eine Festgeldtreppe kann unabhängig vom Alter angelegt werden. Sie können statt fünf Treppenstufen auch nur drei nehmen, Ihr Anlagehorizont wäre dann nur drei Jahre.

Zu Ihrer Frage nach den chinesischen Aktien: Das Programm heißt eigentlich „Shanghai Hongkong Stock Connect Programm“ und steht für die Öffnung der Börse Shanghai für Privatanleger im Jahr 2014. Vorher konnten Ausländer nur über Hongkong handeln. China zählt zu den Schwellenländern (Emerging Markets). Für erfahrene Anleger spricht nichts gegen eine Beimischung der Emerging Markets. Hier müssen Sie jedoch mit größeren Schwankungen rechnen. Das Risiko ist also deutlich höher als bei Ihrem Mischfonds. Daher rate ich Ihnen davon ab, wenn Sie in etwa in der gleichen Risikoklasse bleiben möchten.

Artikel 2 von 5