Deutsche Bank und Bayer ziehen Dax nach unten

von Redaktion

Nicht einmal die Schwelle von acht Euro hielt. Am Freitag stürzte die Aktie der Deutschen Bank zeitweise auf ein neues Rekordtief von 7,99 Euro. Der jüngste Skandal um die Verwicklung in dubiose Geldwäschegeschäfte in Steuerparadiesen setzt der Bank und ihren Verantwortlichen massiv zu. Das Papier zog am Freitag wieder einmal auch den Deutschen Aktienindex Dax mit nach unten auf rund 11 280 Punkte. Damit ist die Bilanz auch für den November rot. Rund 1,5 Prozent hat das Börsenbarometer verloren. Die Hoffnung schwindet, dass es im letzten Monat des Jahres doch noch zur Rally kommt.

Die Skandale um das größte deutsche Geldhaus nehmen kein Ende. Mittlerweile wird ihm an der Börse nur noch ein Wert von rund 17 Milliarden Euro zugestanden, nur sieben der 30 Dax-Werte sind schwächer. Gegenüber den Konkurrenten in den USA und in Europa hinkt die Deutsche Bank mittlerweile meilenweit hinterher.

Das andere große Sorgenkind im Dax bleibt der Chemie- und Agrokonzern Bayer. Der frühere Glanz ist seit der megateuren Übernahme von Monsanto weg. Das radikale Sparprogramm mit dem Abbau von weltweit 12 000 Stellen wird daran wenig ändern. Auch die Talfahrt der Bayer-Aktie zieht den Dax seit Wochen nach unten.

Brexit, Italien und die Handelskonflikte zwischen den USA und China und den USA und Europa bleiben die anderen Belastungsfaktoren. Ob der G-20-Gipfel in Argentinien wenigstens in der Frage der Zölle etwas Entspannung bringen könnte, war am Freitag nach offen. Commerzbank-Chef-Volkswirt Jörg Krämer befürchtet, dass sich der Streit um Autozölle zwischen den USA und Europa noch verschärfen könnte. „Das Trommelfeuer schlechter Nachrichten“ wird, sagt Krämer, erst allmählich abebben. Und damit werde sich auch der Dax erst im Laufe des nächsten Jahres wieder erholen.

„Vor dem Morgen ist die Nacht am dunkelsten“, hegt dagegen Robert Halver von der Baader Bank die Hoffnung, dass es mit dem Dax bis zum Jahresende doch noch aufwärts gehen könnte. Ende Dezember sieht er den Index bei 12 500 Punkten, das wäre ein mehr als stolzer Zuwachs. Auch für andere steckt inzwischen zu viel Pessimismus in den Kursen. „Die jüngste Aktienmarktkorrektur erscheint übertrieben“, sagt Michael Bissinger von der DZ Bank. Vor allem aber saugen Börsianer vorsichtige Zuversicht aus der Tatsache, dass die US-Notenbank die Zinsen zurückhaltender als bislang erhöhen wird und 2019 bei drei Prozent Halt macht. Und dass sich beim Leitzins der EZB erst Ende 2019 etwas tut. Krämer rechnet sogar erst im März 2020 mit diesem Schritt. Mit Sparanlagen und Anleihen ist also weiter wenig zu holen. Das spricht eigentlich für Aktien. ROLF OBERTREIS

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