Tipps zu Notebook, Smartwatch & Co.

von Redaktion

Technikgeschenke stehen auf den Wunschzetteln ganz weit oben. Doch die Auswahl ist kompliziert. Wie viel Arbeitsspeicher braucht ein aktueller Windows-Rechner? Und genügt ein elektronisches Lesegerät für 70 Euro? Fragen über Fragen – die wir in einer zweiteiligen Serie beantworten.

VON JÖRG HEINRICH

Im zweiten Teil geht es um Notebooks und ums schlaue Wohnen, um Smartuhren, E-Book-Lesegeräte und Digitalkameras.

Welches Notebook passt zu wem?

Die wichtigste Frage vor dem Kauf lautet: Wie wird der Rechner eingesetzt? Steht er meistens zu Hause auf dem Schreibtisch? Dann ist ein klassisches Notebook mit einem Bildschirm um die 15 Zoll ideal, mit DVD-Brenner, großer Festplatte und allen erforderlichen Anschlüssen. Dabei stört auch ein Gewicht von zwei Kilo oder mehr nicht. Wer viel mit dem Computer unterwegs ist, ist mit einem so genannten Ultrabook besser bedient. Diese schlanken Rechner wiegen um die 1,2 Kilo. DVD-Laufwerk und viele Anschlüsse sind zwar meist wegrationalisiert. Aber sie machen das Leben unterwegs deutlich leichter.

Wie stark muss ein neuer Rechner sein?

Für die meisten Büroaufgaben reichen schon Intels günstige i3-Prozessoren. Tipp: Lieber weniger Geld für den Prozessor ausgeben, dafür aber mehr für den Arbeitsspeicher (RAM). 8 GB sollten es sein, damit Windows 10 flüssig läuft. Für einen Spiele-PC oder für aufwendige Multimedia wie Videoschnitt muss eine eigene („dezidierte“) Grafikkarte eingebaut sein. Für Internet, Büro oder Fotoverwaltung genügt auch die günstigere Standard-Grafik, die meist als „On board“ bezeichnet wird. Windows-Sieger bei Warentest ist mit Note 2,0 das Acer Aspire 5 A515, das in allen Kategorien wie Bildschirm, Akku oder Bedienung gut abschneidet. Je nach Ausstattung ist es ab 400 Euro zu haben. Preistipp im Magazin Chip bei den Ultrabooks ist das Acer Swift 1 (ab 450 Euro), das zwar nicht allzu leistungsstark ist, dafür aber mit 1,3 Kilo sehr mobil.

Welcher Apple-Computer ist empfehlenswert?

Die MacBooks werden auch bei Warentest für Design, Bildschirme, Akku, Bedienung und Virensicherheit hochgelobt. Sie sind allerdings teuer. Das kleine 12-Zoll-MacBook (ohne Namenszusatz) lohnt sich nicht mehr. Denn das neue 13,3 Zoll große MacBook Air ist günstiger, und bietet trotzdem mehr Leistung. Das Air kommt jetzt erstmals mit hochauflösendem Bildschirm und ist ab 1349 Euro zu haben. Gut ausgestattet mit 16 GB RAM (bei Apple unbedingt zu empfehlen!) und 256 GB Speicherplatz kostet es 1839 Euro.

Wie klappt der Einstieg ins Smart Home?

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten. Interessenten können sich erstmal nur ein, zwei Smart-Home-Geräte zulegen, die sich direkt übers Handy steuern lassen. Damit finden sie heraus, ob ihnen das intelligente Zuhause überhaupt Spaß macht. Sehr beliebt sind die smarten Thermostate der Münchner Firma Tado, die für bis zu 31 Prozent Heizkostenersparnis sorgen. Das Starter Kit mit Steuergerät und zwei Thermostaten, die sich auf den meisten gängigen Heizkörpern sehr einfach montieren lassen, kostet 199 Euro. Die populären Staubsaugroboter gibt es mit und ohne Wischfunktion. „Wischen impossible“ gilt für den iRobot Roomba 605 (220 Euro). Saugen und feucht durchfeudeln kann der Ecovacs Deebot 605 für 299 Euro. Wer allerdings größer ins Thema einsteigen will, sollte sich eine so genannte Smart-Home-Zentrale aussuchen, und dafür dann nach und nach passende Geräte kaufen.

Welche Smart-Home- Zentrale lässt sich einfach bedienen?

Diese Geräte sind das „Gehirn“ des schlauen Zuhauses, und steuern alle damit verbundenen Geräte. Warentest hat sechs solcher Zentralen getestet. Sieger wurde die Devolo Home Control Zentrale, deren Starter Kit rund 130 Euro kostet. Sie verdiente sich für ihre durchdachte Bedienung Note 2,4. Deutlich dahinter mit jeweils 2,8 landeten die Innogy Smarthome Zentrale (100 Euro) und die Telekom Magenta Smarthome Base für 120 Euro. Apples sehr komfortabler Standard HomeKit (Note 2,0) ist ein Sonderfall, denn hier dienen iPhone, iPad oder Mac als Zentrale. Für alle Standards gibt es zahllose Geräte wie Lampen, Schalter, Steckdosen, Rauchmelder, Wetterstationen oder Thermostate.

Lohnt sich eine Smartuhr?

So allgegenwärtig wie Smartphones sind die schlauen Uhren nach wie vor nicht. Aber sie verkaufen sich immer besser. Dank seiner Watch ist Apple zum größten Uhrenhersteller der Welt aufgestiegen, vor der kompletten Schweizer Uhrenindustrie. Gerade Apples Uhr entwickelt sich zunehmend zum „Arzt am Handgelenk“. Die neue Version 4 erstellt sogar ein ärztlich anerkanntes EKG, das dafür sorgen soll, dass Nutzer bei Problemen früher zum Arzt gehen. Die Zulassung in Deutschland erfolgt allerdings frühestens Anfang 2019.

Welche Apple Watch ist zu empfehlen?

Die dritte Generation (Series 3) aus dem Jahr 2017, die für die meisten Nutzer völlig ausreichen dürfte, verkauft Apple nach wie vor ab 299 Euro. Nur die neue Series 4 (ab 429 Euro) bietet die EKG-Funktion. Außerdem registriert sie Stürze und ruft im Notfall selbstständig Hilfe. Das kann Leben retten. Der Bildschirm bietet jetzt 30 Prozent mehr Platz, insgesamt ist die Uhr trotzdem nicht größer geworden.

Welche anderen Smartuhren sind top?

Die neue Fitbit Versa sieht der Apple Watch zum Verwechseln ähnlich, ist mit Preisen ab 170 Euro aber drastisch günstiger. Die Fitnessfunktionen sind dennoch exzellent. Samsung bietet mit der Galaxy Watch (ab 299 Euro) die beste Schlau-Uhr für Besitzer von Android-Handys an. Ihre Optik erinnert an eine klassische Damen- oder Herrenuhr.

Was bringt ein E-Book-Reader?

Immer mehr Leseratten entdecken, wie praktisch die elektronischen Bücher sind. Zehn Lieblingsbücher auf einem Kindle Paperwhite – das macht 182 Gramm federleichtes Reisegepäck. Dank gestochen scharfer Bildschirme aus elektronischer Tinte lässt sich auf den Readern – im Gegensatz zu Tablets – auch bei hellstem Sonnenschein so gut lesen wie in einem echten Buch. Und die Akkus halten wochenlang durch. Die Deutschen haben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres mit 24,4 Millionen Exemplaren erneut 19 Prozent mehr E-Books gekauft als im gleichen Zeitraum 2017.

Welcher Amazon Kindle ist die beste Wahl?

Der beliebteste und sinnvollste Amazon-Reader ist der Kindle Paperwhite für 120 Euro. Er bietet einen 6-Zoll-Bildschirm, der scharf wie gedruckt ist, sowie eine integrierte Beleuchtung. Das neueste Modell, das erst im Oktober erschienen ist, hat Amazon nochmals um 23 Gramm abgespeckt. Bei längerem Lesen macht sich das positiv bemerkbar. Noch wichtiger: Amazons Mittelklasse-Reader ist erstmals wasserdicht, fürs Schmökern in der Badewanne oder am Pool. Der Standard-Kindle kostet nur 70 Euro. Er macht den Augen mit seiner nur halb so scharfen Auflösung aber wenig Freude. Das Spitzenmodell Oasis für 230 Euro ist ebenfalls wasserdicht und trumpft mit seinem 7-Zoll-Bildschirm auf. Wer nicht mehr so gut sieht, kann darauf eine größere Schrift einstellen, und muss trotzdem nicht öfter umblättern.

Welcher Tolino-Reader aus dem Buchhandel ist zu empfehlen?

Das Pendant zum Paperwhite ist der neue Shine 3 für 119 Euro. Nicht nur der Preis ist vergleichbar – der 6-Zoll-Schirm ist auch genauso groß und genauso scharf. Unterschied: Der Shine 3 ist nicht wasserdicht. Bei den Tolinos gibt es drei weitere Modelle. Der Standard-Tolino für 69 Euro ist auch hier zu unscharf und nicht zu empfehlen. Der Vision 4HD für 159 Euro ähnelt dem Shine 3, ist aber wasserdicht. Und mit seinem Spitzenmodell Tolino Epos hat der Buchhandel einen echten Coup gelandet: Er bietet einen riesigen 7,8-Zoll-Schirm. Standard-Preis für den Lese-Riesen ist 249 Euro, doch Hugendubel hat ihn momentan für 198 Euro im Angebot.

Welche Kameras fotografieren besser als ein Smartphone?

Wer Lust auf Bilder hat, die Handyfotos immer noch ausstechen, sollte auf zwei Kriterien achten – auf ein erstklassiges Objektiv und auf einen großen Fotosensor, der möglichst viel Licht einfängt. Die Sony RX100 erfüllt alle Kriterien. Sie gilt bereits seit 2012 als beste Hosentaschenkamera der Welt, die an Spiegelreflexqualität heranschnuppert – dank Zeiss-Objektiv und 1-Zoll-Fotosensor. Im Sommer hat Sony die komplett überarbeitete sechste Generation der RX100 vorgestellt, die mit 1200 Euro aber arg teuer ist. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die RX100 III aus dem Jahr 2014, die für 480 Euro bereits einen exzellenten elektronischen Sucher eingebaut hat. Günstigere Alternative, ebenfalls mit 1-Zoll-Sensor, ist die Canon G9 X Mark II für 380 Euro.

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