Wie riskant sind Aktienanleihen und Zertifikate?

von Redaktion

Peter H.: Nach der Auszahlung einer Lebensversicherung bietet meine Bank mir nachstehende Anlagen an: 3 Prozent DekaBank Dt. Girozentrale Aktienanleihe 18(19) DAI – außerbörslich (WKN DK0RVD) und 1.53 Prozent DekaBank Dt. Girozentrale NOK-Festzins-Anleihe 18(23) – außerbörslich (WKN DK0RXH). Können Sie mir etwas über die Risiken der Anlagen sagen?“

Beim ersten Vorschlag handelt es sich um eine Aktienanleihe, basierend auf der Daimler Aktie (technisch ausgedrückt: Sie haben eigentlich einen Put-Optionsschein auf die Daimler Aktie an die DekaBank verkauft). Sollte die Daimler-Aktie unter 47,27 Euro fallen, wird die Bank am Ende statt einer Rückzahlung in Cash Daimler-Aktien liefern (zum Preis von 47,27€ je Daimler Aktie).

Je tiefer also die Daimler-Aktie steht, desto höher ist dann der Verlust, da der marktgerechte Gegenwert der Rückzahlung in Daimler- Aktien geringer ist. Die Daimler-Aktie ist nur knapp 10 Prozent von der derzeitigen Schwelle weg, das heißt, Sie haben ein starkes „Downsidepotenzial“ der Aktie (Risiko Wertverlust), aber kein starkes „Upsidepotenzial“ (Chance auf Wertgewinn). In einfacheren Worten ausgedrückt: Das Risiko nach unten ist unserer Ansicht nach höher als die Chance nach oben.

Zusätzlich (theoretisch) besteht natürlich auch ein Bonitätsrisiko der DekaBank, für den Fall, dass die Bank insolvent werden würde. Denn Anlagen dieser Art unterliegen nicht dem Sicherungsfonds. Allerdings halten wir dieses Risiko bei der kurzen Laufzeit bis zum 2. Oktober 2019 aber für sehr überschaubar.

Bei dem zweitgenannten Vorschlag handelt es sich um eine sogenannte Fremdwährungsanleihe, basierend auf der Norwegischen Krone. Sie haben somit eine Währungs–chance, aber auch ein Währungsrisiko. Das schon vorher erwähnte grundsätzliche Emittenten-Risiko besteht natürlich auch hier.

Die Laufzeit bis 2023 ist schon deutlich länger als die vorherige Laufzeit bis Oktober 2019, somit ist das Risiko einer Bonitätsverschlechterung der Bank grundsätzlich größer.

Zusätzlich besteht natürlich auch während der Laufzeit ein Zinsänderungsrisiko, das bei vier bis fünf Jahren Restlaufzeit überschaubar sein sollte. Nichtsdestotrotz kann es natürlich zwischenzeitlich zu Kursverlusten kommen, falls Zinsen steigen. Das wäre allerdings nur dann relevant, wenn Sie vor dem Ablauf der Anleihe Ihr Kapital zurückhaben wollten und somit die Anleihe verkaufen müssten.

Was ist nun unser Rat an Sie? Wir kennen Ihre Anlageerfahrung nicht, auch nicht Ihren finanziellen Hintergrund. Deshalb fällt unsere Antwort eher grundsätzlich aus. Bei beiden Vorschlägen handelt es sich um spezielle Anlageinstrumente, die in unseren Augen eine klare Marktmeinung Ihrerseits erforderlich machen.

Sie müssten somit eine klare Meinung zur Entwicklung der Daimler-Aktie und auch zur Norwegischen Krone haben. Trauen Sie sich diese Einschätzung zu?

Wir wären in den beiden Fällen vorsichtig und raten Ihnen, sich die Risiken nochmals ganz genau erklären zu lassen. Es gibt sicher einfachere Anlagemöglichkeiten als Zertifikate oder Aktienanleihen.

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