Festtagsbraten und Baumbeleuchtung lassen an den Weihnachtstagen den Stromverbrauch der Haushalte in Deutschland nach Berechnungen des Energieversorgers Eon steigen. „Wir rechnen am 1. Weihnachtstag mit einem sichtbaren Anstieg des Verbrauchs um 10 Prozent“, sagte Eon-Geschäftsführerin Victoria Osadnik. Zum Anstieg trage aber auch bei, „dass die meisten Deutschen zu Hause sind und dadurch mehr Energie verbrauchen“.
Dass der Energieverbrauch am 1. Weihnachtsfeiertag höher sei als an einem normalen Sonntag während des Jahres, belege darüber hinaus eine Umfrage von Eon in Bayern: Demnach kochen 30 Prozent der Bayern am 1. Weihnachtsfeiertag ein traditionelles Weihnachtsessen, wie etwa den klassischen Gänsebraten. Im Sprachgebrauch der Stromversorger werde der Anstieg des Verbrauchs am 25. Dezember auch „Gänsebratenspitze“ genannt.
Insgesamt sind die Weihnachtstage aber eine Phase mit relativ geringem Stromverbrauch. Der Gesamtverbrauch gehe in der Regel zurück, da in der Industrie und im Gewerbe sowie im Handel und in vielen Dienstleistungsbetrieben nicht gearbeitet werde, sagte eine Sprecherin des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft (BdEW). Auf die Haushalte entfällt nach BdEW-Zahlen ein knappes Viertel des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland, die Industrie verbraucht etwa 47 Prozent des deutschen Stroms.
Im vergangenen Jahr wurden nach Zahlen der Bundesnetzagentur an Heiligabend sowie am 1. und 2. Weihnachtstag jeweils rund 1,1 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland verbraucht. Zum Vergleich: Am Sonntag der vergangenen Woche (16. Dezember) betrug der Stromverbrauch 1,3 Milliarden Kilowattstunden.
Nach Berechnungen des Ökostromanbieters Lichtblick verbraucht die Weihnachtsbeleuchtung in Deutschland in diesem Jahr rund 600 Millionen Kilowattstunden Strom. Das koste etwa 182 Millionen Euro. Weil aber zunehmend LED-Leuchten die Glühlampen ersetzten, seien die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung im Vergleich zu 2017 um etwa 15 Millionen Euro gesunken.