Was an den Festtagen serviert wird

von Redaktion

Geräuchertes Lamm in Island, Frühlingsrollen auf den Philippinen, Truthahn in Frankreich: Weltweit kommen an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen unterschiedliche Gerichte auf den Tisch. Ein Überblick.

VON HEIDRUN SCHUBERT*

Kartoffelsalat mit Würstchen – in Deutschland ist das laut einer Umfrage nach wie vor das beliebteste Gericht an Heiligabend (siehe Grafik). Weltweit werden Heiligabend und Weihnachten – wenn irgendwie möglich – mit kulinarischen Spezialitäten gefeiert.

38 verschiedene Gänge in Schweden

Die Schweden sollen bis zu 38 Gänge auf den Tisch bringen. In Skandinavien kommt an den Weihnachtstagen meist „Graved Lachs“ auf den Teller. Früher wurde der Fisch auf der hautfreien Seite mit Beize eingerieben, verpackt und für mehrere Tage in der Erde vergraben. Das erklärt auch den Namen, der übersetzt „eingegrabener Lachs“ bedeutet. Durch die Beize aus grobem Salz, Pfeffer, Dill und Zucker verlor der Fisch an Flüssigkeit und war länger haltbar. Heute isst man „Graved Lachs“ in hauchdünnen Scheiben zu Salzkartoffeln und einer Honig-Senf-Soße.

Vor dem Festmahl wird es mitunter richtig spaßig: In Skandinavien werden nämlich zum Weihnachtsessen oft die Fenster geöffnet. Nicht selten kommen die Nachbarn vorbei und werfen noch ein Präsent ins Zimmer.

Gepökelter Schinken in Finnland

In Finnland zählt der gepökelte Schinken „Joulukinkku“ zu den Weihnachtsklassikern. Er wird mit Erbsen, gekochten Backpflaumen oder Apfelstückchen garniert und mit Kartoffel- und Möhrenauflauf serviert.

Auf den Philippinen wird das Fest mit Hühnersuppe, Frühlingsrollen, gefülltem Fisch und viel Obst gefeiert.

In Polen „begnügt“ man sich nicht selten mit der Anzahl der Apostel, nämlich mit 12 Speisen zu Heilig Abend.

Truthahn mit Maronen in Frankreich

Viele Franzosen essen gerne Truthahn mit Maronen, Pasteten, Austern oder Schnecken zum Fest.

Schneeflockenbrot in Island

Eine isländische Spezialität ist das Schneeflockenbrot, oft „Laufabrau“ genannt. Aus Mehl, Milch, Salz und Backpulver wird ein dünnes Fladenbrot zubereitet, in das kunstvolle Ornamente und Bilder geschnitten werden. Traditionell wird dazu Schinken oder geräuchertes Lamm gegessen. Zum Nachtisch wird’s süß und gehaltvoll.

„Christmas Pudding“ in Großbritannien

Ganz Großbritannien bringt den traditionellen „Christmas Pudding“ auf den Tisch. Die Süßspeise enthält je nach Rezept Trockenfrüchte, Nüsse, Gewürze, Eier und Fett. Die fertige Mischung muss mehrere Wochen reifen. Am 25. Dezember wird der Pudding aus seiner Form gestülpt, mit Brandy begossen.

Dänen genießen den Milchreis „Risalamande“, der am Heiligabend mit einer warmen Kirschsoße und gehackten Mandeln serviert wird. Im Inneren ist eine Mandel versteckt. Sie soll dem, der sie entdeckt, im kommenden Jahr Glück bringen.

Die Spanier naschen an den Festtagen das Nugatkonfekt „Turrón“ und die Franzosen den Buttercremekuchen „Bûche de Noël“, der wie ein Holzscheit geformt ist.

Rotwein mit Zucker und Wodka

Ein beliebtes weihnachtliches Getränk ist „Glögg“. Für die skandinavische Variante des Glühweins wird Rotwein mit Zucker, weihnachtlichen Gewürzen und einem Schuss Wodka vermischt und erwärmt. Vor dem Einschenken kommen Mandeln und Rosinen in die Tasse.

Weihnachtsgans in Deutschland

Hierzulande genießen wir von Weihnachtsgans bis Lachs sehr unterschiedliche Gerichte. In der Regel gilt aber die Devise: Es darf etwas mehr sein als sonst. Eine Gans kommt pro 100 Gramm Fleisch auf 342 Kilokalorien, Lammkeule immerhin auf 234 Kilokalorien (siehe Grafik).

Schnaps fördert nicht immer die Verdauung

Alkohol gehört für viele zum weihnachtlichen Festmahl dazu. Aber Vorsicht: Die Verdauung einer üppigen Mahlzeit dauert bis zu acht Stunden. Dass Schnaps die Verdauung anregt, stimmt nur bedingt. Klare Kräuter- und Obstbrände kurbeln zwar die Produktion der Verdauungssäfte an, doch Gewürze wie Anis, Kardamom, Nelken, Zimt und Ingwer, ein Espresso oder besser noch Bewegung sind der Verdauung zuträglich.

Spirituosen, die mit Zuckercouleur oder Karamell gefärbt werden, hemmen übrigens die Verdauung und Alkohol generell die Fettverbrennung.

Keine Festtage auf der Weihnachtsinsel

Übrigens wird Weihnachten auf der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean kaum gefeiert, denn dort leben fast ausschließlich Buddhisten. Die Insel heißt so, weil sie am 25. Dezember 1643 von australischen Seefahrern entdeckt wurde.

Artikel 3 von 4