Das abgelaufene Jahr war nicht nur am Aktienmarkt ein sehr bewegtes. Auch an den Rohölmärkten ging es zum Teil dramatisch auf und ab. Sowohl Öl als auch deutsche Standardaktien verloren über 18 Prozent an Wert. „Was für ein Jahr!“, meint Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors. Nach sechs Jahren mit Dax-Gewinnen sprach er sogar von einem „Volatilitätsschock“. Volatilität bezeichnet die Schwankungsbreite der Kurse. Als Hauptgrund für das Auf und Ab nannte er vor allem die Wachstumssorgen um China und den Handelskonflikt zwischen China und den USA. Naumer geht wie viele andere Experten davon aus, dass auch das laufende Aktienjahr stark an Ausschlägen nach oben und unten sein wird. Anleger, die ihre Nerven schonen wollen, sollten ihr Geld möglichst breit streuen, empfiehlt Naumer.
Im Übrigen zahle sich das Zittern an der Börse aus – zumindest langfristig: Im Dax zum Beispiel gab es in der historischen Rückrechnung bis 1955 in 44 von 64 Jahren eine positive Rendite. Allein über die letzten 30 Jahre (so lange wird der Aktienindex Dax notiert) lag der erzielte Ertrag pro Jahr im Schnitt bei über acht Prozent – aber eben nicht in jedem Jahr.
Die Nervosität an den Aktienmärkten hat auf der anderen Seite auch Gewinner. Gold zum Beispiel hat sich gerade in den vergangenen Tagen deutlich im Wert erhöht. Vielen gilt das Edelmetall in rauen Kapitalmarktzeiten als Fels in der Brandung. Am Mittwoch erreichte Gold den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Eine Feinunze kostete zeitweise 1288,83 US-Dollar. Beim Goldhandelshaus Degussa sieht man den „fairen Wert“ von Gold sogar bei 1400 Dollar.