Auf und Ab am Aktienmarkt hält an

von Redaktion

Das neue Jahr an der Börse fängt an wie das alte aufgehört hat: Mit starken Ausschlägen nach oben und unten. Die Unsicherheit unter Händlern und Anlegern ist weiter enorm. Dazu verstörte am Donnerstag der US-Konzern Apple die Börsen nahezu weltweit. Das iPhone hat sich im vierten Quartal und im Weihnachtsgeschäft erheblich schlechter verkauft als erwartet. Erstmals seit Jahren musste Apple einräumen, dass es mit seiner Prognose komplett falsch lag. Was freilich nichts daran ändert, dass das US-Unternehmen immer noch hochprofitabel arbeitet und vermutlich auch im vierten Quartal einen Rekordgewinn verbucht.

Gestern jedoch setzte der Dax zur Erholungsrally an. Während zunächst die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch im US-chinesischen Zollstreit Auftrieb gab – am Montag gibt es ein Treffen beider Parteien in Peking –, keimte später mit einem starken US-Arbeitsmarktbericht ein vorsichtiger Konjunkturoptimismus auf. Nach einem freundlichen Start baute der deutsche Leitindex seine Gewinne aus und nahm mit der starken Wall Street noch mehr Fahrt auf: Zuletzt verbuchte er ein sattes Plus von fast 3,30 Prozent auf rund 10 760 Punkte. Auftrieb in den USA gaben auch die dort gestiegenen Löhne, die sich auf die Zinspolitik auswirken können.

Handelskonflikte, Trump, Brexit, Konjunktursorgen, die Zinsen in den USA – das bleiben aber die größten Unsicherheitsfaktoren. Beim Handelsstreit zwischen den USA und China könnten sich die Dinge zum Positiven wenden. Vor allem das schürt Hoffnung an der Börse. Dass es um die Lage der Wirtschaft und mancher Unternehmen nicht so kritisch steht, wie manche glauben, zeigt die Rekord-Offerte des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers von 74 Milliarden Dollar (65 Milliarden Euro) für das Biopharma-Unternehmen Celgene.

Jan Nießen von der Weberbank sieht angesichts der starken Kursverluste wieder Chancen bei Aktien. Andere sind vorsichtiger. „Der Druck auf die Aktienmärkte dürfte vorerst anhalten“, sagt Robert Greil vom Bankhaus Merck Finck. Christian Kahler von der DZ Bank registriert eine „ausgesprochen negative“ Marktstimmung. Auch Wieland Staud vom gleichnamigen Analysehaus glaubt, dass der Dax den Abwärtstrend 2019 erst einmal fortsetzen werde. Dass 21 befragte Banken für Ende des Jahres mit im Schnitt 126431 Dax-Punkten rechnen, hält Staud für „völlig illusorisch“. Wahrscheinlich seien auch 2019 per Saldo Abschläge. Aber er räumt auch ein, dass er „keine Ahnung“ habe, wie der Dax das Jahr 2019 beenden werde. Nichts beschreibt die derzeit auch unter Experten herrschende große Unsicherheit besser.

ROLF OBERTREIS

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