Extra-Geld vom Arbeitgeber

von Redaktion

Viele Arbeitgeber spendieren ihren Beschäftigten Vermögenswirksame Leistungen. Da sich Banksparpläne aber kaum noch lohnen, empfiehlt sich oft ein ETF-Sparplan oder die Tilgung eines Immobilienkredits.

VON MAX GEISSLER

Rund 13 Millionen Beschäftigte in Deutschland sparen mit Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Dazu zahlen sie bis zu 40 Euro monatlich in einen Spar- oder Kreditvertrag ein. Das Problem: Die bisher beliebten Banksparpläne sind wegen akuter Zinsdürre kaum noch empfehlenswert. Interessant sind heute andere Optionen: ETF-Sparplan und die Tilgung eines Immobilienkredits.

Mehr Rendite

Viele Arbeitgeber spendieren Vermögenswirksame Leistungen für den privaten Kapitalaufbau. Allerdings fallen hierfür Steuern und Sozialabgaben an. Vermögenswirksame Leistungen fließen direkt in einen Sparplan oder ein Hypothekendarlehen. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre plus Wartezeit bis Jahresende. Danach kann der Arbeitnehmer über das Kapital verfügen oder den Sparplan weiter betreiben. Spezielle Tarifvereinbarungen, beispielsweise in der IG Metall, können vorsehen, dass Vermögenswirksame Leistungen an die Altersversorgung gebunden sind, dann laufen die Verträge über Jahrzehnte. Geringverdiener erhalten zudem staatliche Zuschüsse.

Sparen mit Aktien

Da es auf VL-Banksparpläne kaum mehr als ein Prozent Zinsen gibt, offerieren immer mehr Anbieter chancenreiche Aktienfondssparpläne. Laut Fondsverband BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) erzielten diese in 48 abgeschlossenen Sparplanperioden seit 1962 immerhin 7,6 Prozent Durchschnittsrendite.

Vorsorge mit Risiko

Risikolos sind Fondssparpläne aber nicht, denn Aktienkurse schwanken, und die eingezahlten VL-Leistungen sind nicht garantiert. Von den untersuchten 48 Sparzeiträumen endeten immerhin sieben mit Verlust. Der Bankenverband rät daher, bei ungünstigem Kursstand die Fondsanteile am Vertragsende nicht zu veräußern, sondern erst nach einem Börsenaufschwung.

Tipp: Sinnvoll ist es, Fondssparpläne für die langfristige Altersvorsorge zu nutzen. Über viele Sparperioden hinweg gleichen Börsengewinne Kursschwankungen regelmäßig aus.

Hohe Gebühren

Die meisten Banken verwenden aktiv gemanagte Aktienfonds zur Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen, etwa die Volks- und Raiffeisenbanken, PSD Banken und Sparkassen. Die für die VL-Anlage zugelassenen Fonds sind jedoch meist relativ teuer, die jährlichen Verwaltungsgebühren liegen zwischen zwei und drei Prozent. Häufig kommen Depotgebühren hinzu.

ETF-Sparplan

Kostengünstiger geht das VL-Sparen mit ETFs. „Die börsennotierten Indexfonds verteilen Kursrisiken ausgewogen auf viele Aktien und sind äußerst kostengünstig“, erklärt Rudolf Geyer, Geschäftsführer der European Bank for Financial Services (Ebase). Die Bank ist derzeit der einzige Anbieter von VL-Sparplänen auf ETF-Basis in Deutschland.

„Hätte ein VL-Sparer über 40 Jahre monatlich 40 Euro in einen Indexfonds auf den MSCI-World eingezahlt, würde er heute über ein kumuliertes Guthaben von mehr als 98 000 Euro verfügen“, rechnet Geyer vor. Für ihn ist deshalb klar: „VL-Sparen über das gesamte Berufsleben und die Wertentwicklung des Kapitalmarkts können einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge leisten.“ Die Transaktionskosten betragen bei einer monatlichen Sparrate von 40 Euro gerade mal 18 Cent. Hinzu kommt ein Euro pro Monat an Depotgebühr.

Tipp: Liegt der Jahresverdienst unter 20 000 Euro (Ledige) und 40 000 Euro (Verheiratete), legt der Staat jährlich bis zu 80 Euro Sparzulage obendrauf, wenn im Jahr mindestens 400 Euro in den Sparplan fließen. Für Verheiratete gelten doppelte Beträge. Die Zulage wird mit der Steuererklärung beim Finanzamt beantragt.

Immobilienkredit

Empfehlenswert ist auch die Tilgung von Hypothekendarlehen. Kreditnehmer sparen dadurch Zinsen und sind schneller schuldenfrei. Ehepaare mit doppelten Vermögenswirksamen Leistungen können die Kreditrate um bis zu 80 Euro erhöhen. Das verringert die Zinskosten eines Zehnjahresdarlehens über 100 000 Euro zu zwei Prozent Zinsen um mehr als 1000 Euro, die Restschuld sinkt um rund 11 000 Euro. Tipp: Lassen sich VL-Gelder nicht in die bestehende Finanzierung einbinden, kann man sie zur Sondertilgung nutzen.

Mehr Informationen

zum Thema gibt es unter der Fax-Abrufnummer 09001/25 26 65 52 (1 Minute = 0,62 Euro) bis 1. Februar 2019. Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Kein Fax? Senden Sie einen mit 0,85 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „VL-Sparen mit ETFs“ an: Biallo & Team GmbH, Bahnhofstr. 25, 86938 Schondorf.

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