Gute Pflege muss nicht teuer sein

von Redaktion

Die einen wollen besonders glänzendes Haar und intensive Pflege, anderen reicht es schon, wenn sie die Mähne nach dem Waschen mit dem Kamm bändigen können. Sie alle greifen zu Haarspülungen. Die Stiftung Warentest hat sie getestet.

Haarspülungen sollen die Struktur des Haares verbessern: einmassieren, kurz wirken lassen und dann auswaschen. Alle funktionieren nach dem gleichen Muster und sind leicht anzuwenden. Egal, ob man sie günstig beim Discounter oder im Fachhandel beim Friseur kauft.

Die Testsieger

Der Testsieger (Stiftung Warentest, Heft 2/2019) kommt von Aldi Nord (Biocura Hair Care Spülung Aufbau & Glanz) und kostet 52 Cent für 100 Milliliter. Deutlich günstiger ist die zweitbeste Haarspülung von dm (Balea Spülung Intensiv Pflege), die nur 18 Cent für die gleiche Menge kostet. Den dritten Platz belegt Pantene Pro-V Repair & Care. Hier kosten 100 Milliliter 0,93 Euro.

Insgesamt liegen die Preise zwischen 0,18 bis 8,80 Euro pro 100 Milliliter. Gute Pflege ist somit auch zum kleinen Preis möglich, sagt Stiftung Warentest.

Die Wirkungsweise

Die Tester stellten fest, dass Spülungen die Haareigenschaften verbessern. Zwar machen die Mittel aus geschädigten Haaren keine Mähne wie neu gewachsen. Doch nach dem Spülen lässt sich das Haar deutlich leichter kämmen, ist griffiger und fliegt weniger, so die Experten. Getestet wurden die Produkte sowohl an Haarsträhnen im Labor als auch auf den Köpfen von 22 Frauen.

Die Inhaltsstoffe

Haarspülungen enthalten Pflegestoffe, die das Haar geschmeidiger machen. Eine wichtige Rolle spielen kationische Tenside. Sie bleiben an geschädigten Stellen der Haaroberfläche haften.

Viele Anbieter setzen zudem auf Silikone. In sechs Spülungen fanden die Tester kritische Inhaltsstoffe (Garnier Fructis Schaden Löscher, Lidl Cien Repair Spülung, L’Oréal Evital Anti Haarbruch, Nivea Reparatur & gezielte Pflege, Rausch, Herbal Cosmetics Repair Spülung und Syoss Professional Performance Repair 02 Spülung).

Silikone sind biologisch schwer abbaubar. Was sie in der Umwelt bewirken können, ist aber unklar. Da die Umweltwirkung von Silikonen wegen fehlender Daten schwer abzuschätzen ist, bewerten die Tester es noch nicht negativ, wenn ein Mittel sie enthält.

Ausnahme sind die kritischen Cyclosiloxane D4 (Cyclotetrasiloxan) und D5 (Cyclopentasiloxan). Beide sind ab 2020 in abwaschbarer Kosmetik wie Haarspülungen verboten. Die Spülung von Lidl (Cien Repair Spülung Intensive Repair) enthält D5. Von diesem Silikon ist bekannt, dass es sich in Organismen anreichern kann.

Die Duftstoffe

Elf der geprüften Conditioner enthalten den kritischen Duftstoff Butylphenyl Methylpropional – auch Lilial genannt. Bislang ist nicht abschließend geklärt, ob der Stoff beim Menschen die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder das Erbgut verändern kann. Damit bleibt ungewiss, ob und in welchen Konzentrationen Lilial in Kosmetikprodukten sicher ist. Nach Ansicht der Tester sollten Hersteller daher vorsichtshalber darauf verzichten.

Die Naturprodukte

Wer zu zertifizierter Naturkosmetik greift, ist auf der sicheren Seite. Hier sind künstliche Duftstoffe wie Lilial sowie Silikone und synthetische Tenside tabu. Die Spülung Alverde von dm trägt als einzige im Test ein Naturkosmetik-Siegel. Auch sie pflegt die Haare überzeugend, ist also eine gute Alternative zu konventionellen Haarspülungen. Mit etwa einem Euro pro 100 Milliliter ist sie etwa so teuer wie Markenprodukte von Pantene oder Nivea.

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