Viele Anleger verschenken durch Fehler bei der Geldanlage wertvolle Rendite. Sechs typische Fehler:
Mangelnde Streuung
Anleger sollten ihr Vermögen breit verteilen. Wer sein ganzes Geld nur in einen einzigen Fonds oder eine Aktie steckt, den treffen Kursrückgänge besonders hart. Trotzdem machen Anleger diesen Fehler immer wieder, wie die Stiftung Warentest 2017 in einer Untersuchung festgestellt hat: „Im Durchschnitt lagen in den Depots der Anleger nur zwölf verschiedene Aktien“, sagt Roland Aulitzky von der Zeitschrift „Finanztest“. Zu wenig für eine Risikostreuung. Besser wären 30 Wertpapiere aus verschiedenen Branchen und Ländern. Noch besser gelingt eine Streuung durch Fonds. Mit Indexfonds (ETFs) kommen auch Einsteiger zurecht. Wer etwa einen ETF auf den MSCI World kauft, investiert in mehr als 1600 Unternehmen aus 23 entwickelten Märkten.
Home Bias
Anleger investieren gerne in Firmen aus ihrem Heimatland. Dafür gibt es durchaus Gründe: Die Firmen sind bekannt und vertraut. Aber: „Die Fokussierung auf einen kleinen Ausschnitt des globalen Aktienmarktes erhöht die Wertschwankungen des Depots“, erklärt Aulitzky. „Das Anlageergebnis wird weniger berechenbar.“
Zu viel handeln
Anlegern fällt es oft schwer, nichts zu tun. Nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest schichten Verbraucher Teile ihres Depot im Laufe eines Jahres immer wieder um. Mehr Erfolg bringt ihnen das aber nicht unbedingt. Im Gegenteil: „Besonders aktive Anleger verloren durch ihren Übereifer 3,3 Prozentpunkte pro Jahr“, erklärt Aulitzky. „Das Fünftel der passivsten Depotbesitzer kam dagegen der Rendite des MSCI World recht nahe.“ Eine ruhige Hand zu behalten, lohnt sich.
Trends hinterherlaufen
Oft werden bestimmte Aktien angepriesen. Doch solchen Trends hinterherzulaufen, bringt meist nichts. Üblicherweise hat der Markt den Trend schon eingepreist. „Wer anfängt, dem Markt hinterherzulaufen, wird immer verlieren“, sagt Tüngler.
Zu hohe Kosten
Depotgebühren, Provisionen, Abschlusskosten und Verwaltungsgebühren. Es gibt jede Menge Kosten, die die Rendite drücken. Aber im Vergleich zur Rendite sind Kosten eine beeinflussbare Größe. „Achten Sie auf eine günstige Depotbank mit geringen Orderkosten“, rät Marc Tüngler. Auch sollte mit der Bank verhandelt werden. Der Ausgabeaufschlag der Fonds sei nicht in Stein gemeißelt.
Stock Picking
Manche Anleger setzen gezielt auf bestimmte Werte. Manche arbeiten bei dem Unternehmen, manche setzen auf das Geschäftsmodell, oder glauben schlicht an den Erfolg. Andreas Hackethal von der Universität Frankfurt hat aber beobachtet: „Die Anleger, die mit eigenen Ideen kommen, fahren in der Regel schlechter.“ Denn selbst wenn eine Aktie eine überdurchschnittliche Rendite erzielt, können andere Aktien im Depot diese Gewinne wieder auffressen. Das beste Gegenmittel ist auch hier: eine breite Streuung.