Die Gaspreise ziehen wieder an. Für Februar, März und April haben laut Vergleichsportal Verivox derzeit 64 örtliche Gasversorger in ganz Deutschland Preiserhöhungen von durchschnittlich 10 Prozent angekündigt, darunter Eon. Das Unternehmen versorgt in Oberbayern rund 1000 Haushalte. Die jährlichen Mehrkosten betragen laut Unternehmenssprecherin Ulrike Schiermeister beim Grundversorgungstarif für einen Vier-Personen-Haushalt rund 100 Euro pro Jahr.
Die durchschnittlichen Gaskosten in Deutschland sind von Dezember 2018 auf Januar 2019 um über 2 Prozent gestiegen. Ein Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20 000 kWh startete mit Durchschnittskosten von 1197 Euro ins neue Jahr.
Der Grund für den Preisanstieg sind vor allem die höheren Beschaffungskosten. So sind die Einfuhrpreise für Erdgas in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen. Die Preise, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden, hätten in diesem Zeitraum um 40 Prozent zugelegt, erklärte Verivox. Lag der Grenzübergangspreis im August 2016 für ein Terajoule Erdgas bei rund 3900 Euro, so kostete ein Terajoule im August 2018 über 5500 Euro.
Eine ähnliche Entwicklung lässt sich demnach bei den Börsenpreisen für Erdgas beobachten, die das Statistische Bundesamt erhebt. Auch hier sind die Preise zwischen September 2016 und September 2018 um 38 Prozent gestiegen.
Die Vergleichsportale empfehlen Verbrauchern, im Falle einer Preiserhöhung zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Bei einer Preiserhöhung haben Kunden das Recht auf Kündigung. Verbraucherschützer raten hierbei, die Tarife genau zu studieren. Bei einem Vergleich der verfügbaren Stromversorger sollte man nicht nur auf die Jahreskosten und die Stromtarife achten, sondern auch Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen mit in die Kalkulation einbeziehen.