Reifen für Transporter versagen

von Redaktion

Das Urteil ist vernichtend: Neun von 16 getesteten Sommerreifen für Vans und Kleintransporter sind laut ADAC „mangelhaft“. Die Note „gut“ oder gar „sehr gut“ wurde kein einziges Mal vergeben. Der Automobilclub rät daher: Wenn möglich, sollten Autofahrer auf Pkw-Reifen ausweichen.

VON STEPHANIE EBNER

Zum ersten Mal hat der ADAC Sommerreifen für Transporter getestet, mit einem verheerenden Ergebnis: Von den 16 getesteten Modellen der Dimension für Vans und Kleintransporter erzielen neun das Ergebnis „mangelhaft“. Die Noten „gut“ oder gar „sehr gut“ wurden kein einziges Mal vergeben. Hauptgrund für das Versagen sind gravierende Defizite auf Nässe. Zum Vergleich: Die Ergebnisse für Kleinwagen dagegen fallen durchschnittlich aus: zweimal „gut“ und 14 Mal „befriedigend“ (siehe Kasten).

Am besten schnitt bei den Sommerreifen für Transporter der Reifen Apollo ab (Gesamtnote 2,8). Mit 2,1 erreichte er die Bestnote auf trockener Fahrbahn, bei Nässe schnitt er etwas schwächer ab. Der Nachteil des Apollos ist sein hoher Verbrauch und Verschleiß. Die fünf „befriedigenden“ Reifen als Testsieger zu bezeichnen wäre übertrieben, sagt der ADAC. Neben Apollo belegen Goodyear, Pirelli, Nokian und Continental die ersten Plätze. Apollo und Goodyear zeigen nur bei Nässe Schwächen, allerdings hält der Goodyear im Verschleißtest fast doppelt so lange wie der Apollo.

Zielkonflikt Nassgriff versus Laufleistung

Die Reifengröße 215/65 R16 C wird vorwiegend im gewerblichen Bereich für Transporter eingesetzt (das C steht für Commercial oder Cargo). Dort sind sie hauptsächlich auf geringen Verschleiß ausgelegt. Zuletzt greifen aber auch immer mehr private Verbraucher für Vans im privaten Bereich, beispielsweise bei Familienfahrzeugen, Campingmobilen oder zur Personenbeförderung, zu dieser Reifengröße.

Die hohe Laufleistung dieser Zielgruppe führt jedoch fast immer zu einem Zielkonflikt beim Nässeverhalten. Die drei Reifen, die bezüglich des Verschleißes am besten abschnitten (Sava, Fulda, Michelin), sind daher allesamt „mangelhaft“ bei Nässe.

Mangelhafter Nassgriff bedeutet instabile Seitenführung und lange Bremswege. So zeigt der Fulda mit 75 000 km/h zwar eine überdurchschnittliche Laufleistung – ein SUV-Reifen schafft im Durchschnitt mit 40 000 km nur etwas mehr als die Hälfte – hat aber bei 80 km/h auf Nässe mit knapp 55 Metern den zweitlängsten Bremsweg im Test. Zum Vergleich: Der Bremsweg eines Pkw-Sommerreifens dieser Dimension ist kürzer als 40 Meter. Bei mehreren Reifen-Modellen ist das Bremsverhalten bei Nässe sogar gar nicht mehr ausreichend, so die Tester.

Vans können auch Pkw-Reifen fahren

Als Alternative zu den C-Reifen sind bei vielen Vans oder Transportern auch Pkw-Reifen möglich – ob diese Variante geht, steht in den Zulassungspapieren des Wagens. Angesichts der geringeren Fahrleistung und Zuladung im privaten Bereich könnten diese für viele die bessere Wahl sein, so der Automobilclub.

Für Fuhrparkmanager und Spediteure gilt: Bei der Wahl der Transporterreifen sollte verantwortungsbewusst nicht nur auf Laufleistung, sondern auch auf Sicherheit geachtet werden.

Denn der ADAC-Test hat auch gezeigt: Auch C-Reifen können eine zumindest befriedigende Nässeperformance bei geringem Verschleiß erzielen – beispielsweise der Spitzenreiter Apollo oder auch Goodyear und Pirelli.

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