Schnittsalate aus dem Packerl sind praktisch und beliebt. Allerdings ist das feucht-warme Milieu, in dem sich die Blätter befinden, ein Eldorado für Keime. Die fühlen sich dort so wohl, dass einer rasanten Vermehrung nichts im Wege steht.
Zwar ist der Salat in der Regel vorgewaschen, doch keimfrei kriegt ihn selbst die Industrie nicht. Verpackte Blattsalate sind empfindlicher als unzerkleinerter Salat oder ganzes Gemüse. Um die Belastung in Schach zu halten, sollte bei der Produktion auf gründlichste Sauberkeit und während Vertrieb und Lagerung auf eine ideale Temperatur von 4 Grad Celsius geachtet werden. Keime verbreiten sich besonders rasant an den Schnittkanten der Blätter und sorgen für einen kaum sichtbaren Verderb noch vor Ablauf der Verbrauchsfrist.
Wichtig zu wissen: Die Keimzahl lässt sich verringern, wenn der Salat vor dem Verzehr kurz kalt gewaschen wird. Feldsalat und Rucola kommen dank moderner Produktionstechniken ziemlich sauber, aber ungewaschen in die Kunststoffschalen. Die Salate haben meist einen langen Transportweg hinter sich. Sie kommen häufig aus Italien, Frankreich oder Spanien. Es empfiehlt sich, den Salat möglichst noch am Einkaufstag zu verzehren.
Einheimischer Rucola aus dem Freiland ist im Vergleich zur Industrieware meist etwas stärker in Blatt und Stängel, schärfer und geschmacks-intensiver. Der private Anbau im Balkonkasten oder Garten lohnt sich. Nach vier bis fünf Wochen kann bereits geerntet werden. Die Pflanze hat dann in der Regel eine Höhe von etwa 15 cm erreicht. Frisch geerntete Rucolablätter können ungewaschen in einem aufgeblasenen und anschließend verschlossenen Frischhaltebeutel- oder umweltfreundlicher in einer Box im Gemüsefach des Kühlschranks maximal zwei Tage lagern. Beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Blätter knackig sind. Die Blattspitzen dürfen nicht schlaff herunterhängen oder gelblich verfärbt sein. Je würziger Rucola ist, desto höher der Gehalt an Senfölen (in manchen Gegenden wird Rucola auch Senfrauke genannt) und anderen aromatischen Bitterstoffen. Sie wirken bakterientötend und stärken die Abwehrkräfte. Rucola enthält viel Vitamin C und ein ganzes Spektrum an Mineralstoffen. Der würzige Salat ist eine ideale Zutat zum pikanten Quark, genial in der Kombination mit Balsamico-Essig und Parmesanhobeln, als frischer – nahezu kalorienfreier – Zusatzbelag auf der fertig gebackenen Pizza. Interessant schmeckt eine Mixtur zusammen mit Obst oder Gemüse als Smoothie, ein sättigender Salat mit Nüssen, Äpfeln, Karotten, Kartoffeln bzw. Reis, Nudeln, Hirse, Bulgur oder Nudeln. Achtung! Senföle können sich durch Hitze leicht verflüchtigen. Dabei verlieren sie an Wirkung und Aroma. Besser ist es, den frisch gehackten Rucola vorsichtig unter fertige Speisen wie Risotto zu heben.
Rote Pasta mit Ruccola
Zwei Portionen Nudeln kochen, eine mittlere Rote Bete schälen und raspeln, eine kleine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen hacken, in etwas Öl andünsten, rote Bete zugeben, mit Chili, Zimt, einer Spur Piment und etwas Salz würzen. Unter die fertigen Nudeln mischen, auf einem Teller anrichten, Ziegenfrischkäse oder Feta über die Nudeln bröseln und mit gehacktem Rucola bestreuen.