Oft Zucker und Schwefel im Trockenobst

von Redaktion

Ist Trockenobst eine gesunde Alternative zu Süßigkeiten? Im Vergleich zu Süßigkeiten ist Trockenobst eindeutig die bessere Wahl. In Maßen genossen ist es auch ein „gesunder“ Ersatz für allerlei Snacks aus Weißmehl oder Fettiges wie Kartoffelchips. Das alles enthält nämlich in der Regel fast ausschließlich leere Kalorien. Als „leer“ bezeichnet man Kalorien umgangssprachlich, wenn das Nahrungsmittel außer Energie kaum weitere lebenswichtige Nährstoffe enthält. Dazu zählen Vitamine, Mineralstoffe, bestimmte Eiweißbausteine und Fettsäuren.

Anders bei Trockenfrüchten: Durch den schonenden Trocknungsprozess wird das enthaltene Wasser entzogen, wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe bleiben erhalten. Aprikosen beispielsweise sind sehr kalium- und eisenreich. Feigen enthalten Calcium und jede Menge Ballaststoffe. Diese Stoffe werden in der Frucht konzentriert und steigen im Vergleich zum frischen Obst deutlich an, so natürlich auch der Gehalt an fruchteigenem Zucker. Dadurch schmeckt Trockenobst sehr intensiv und süß.

Aber Vorsicht! Die Lebensmittelindustrie zuckert das ohnehin schon natursüße Trockenobst oft noch zusätzlich. Um das ausfindig zu machen, ist ein Blick auf die Zutatenliste unbedingt erforderlich. Bei einer Marktbegehung der Verbraucherzentrale wurden in einer Packung getrockneter Cranberries 61 Prozent Früchte und 38,5 Prozent zugesetzter Zucker vorgefunden.

Trockenfrüchte sollten grundsätzlich nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Aufgrund des konzentrierten Fruchtzuckers liefert das Obst viel Energie. Eine Portion (eine kleine Handvoll) getrocknete Aprikosen enthalten beispielsweise drei Mal so viel Zucker wie etwa drei frische Aprikosen. So kann aus einer vermeintlich gesunden Alternative zu Süßigkeiten schnell eine Zuckerbombe werden. Ein zweiter Nachteil: Durch die Trocknung gehen Vitamine, wie Vitamin C verloren. Und industriell hergestelltes Trockenobst wird meist vor dem Trocknen mit Schwefeldioxid behandelt, um ein Nachdunkeln der Früchte zu vermeiden. Empfindliche Personen können auf Schwefeldioxid mit Kopfschmerzen und Übelkeit reagieren. Schwefel ist allerdings größtenteils wasserlöslich. Es empfiehlt sich, die Früchte kurz vor dem Verzehr zu waschen. Biologisch erzeugte Früchte werden nicht geschwefelt. Apropos Wasser: Legt man Trockenobst in Wasser ein, binden die enthaltenen Pektine dieses und lassen das Obst aufquellen. Das Gleiche passiert auch im Darm. Durch die Bewegung wirkt das aufgequollene Obst verdauungsanregend. Wer davon profitieren möchte, trinkt Wasser zu den Trockenfrüchten. Heute gibt es immer mehr getrocknete exotische Früchte auf dem Markt. Hier gilt: Je kürzer der Transport, je besser für das Klima. Ernährungsphysiologisch sind die Exoten nicht besser als die Einheimischen.

Hirsedessert

für zwei bis vier Personen

100 g Hirse mit kaltem Wasser abspülen und in wenig Apfelsaft weich kochen. Zehn getrocknete Aprikosen waschen und klein schneiden. Hirse mit Naturjoghurt oder Quark und/oder geschlagener Sahne, einer zerdrückten reifen Banane und den Aprikosen mischen. Warm, kalt oder als Eis servieren.

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