Frauen verzichten eher auf Rendite

von Redaktion

Frauen investieren ihr Geld anders als Männer. Das hat eine groß angelegte Umfrage ergeben. Männer gehen mehr Risiken ein – Frauen gehen lieber auf Nummer sicher, so das Fazit. Damit verzichten Anlegerinnen auf Rendite, die im Hinblick auf die Altersvorsorge für sie besonders wichtig wäre.

VON CORINNA MAIER

Frauen wie Männer müssen für ihr Alter vorsorgen. Für Frauen ist die langfristige Geldanlage sogar noch wichtiger, weil sie im Schnitt noch immer weniger verdienen als Männer und weil sie viel öfter nur in Teilzeit arbeiten. Deshalb fällt auch ihre Rente sehr viel geringer aus – rund ein Drittel beträgt die Lücke zwischen Frauen- und Männerrenten, hat gerade eine Studie der DekaBank ergeben. Außerdem werden Frauen statistisch gesehen einige Jahre älter als Männer – damit müssen sie Vorsorge für einen längeren Zeitraum treffen.

Doch die Art und Weise, wie die meisten Frauen sparen, ist alles andere als einträglich. 10 000 Menschen haben die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Zusammenarbeit mit Flossbach von Storch Research Institute im November vergangenen Jahres befragt. Dabei zeigte sich: Frauen legen ihr Geld auch in Nullzinszeiten lieber aufs Sparbuch, Männer trauen sich sehr viel häufiger an den Aktienmarkt.

„Die Ergebnisse sind alarmierend, weil vor allem diejenigen Anleger renditeschwache Anlageklassen bevorzugen, die eigentlich auf die Erträge aus ihren Ersparnissen angewiesen wären“, kommentierte Thomas Mayer, Gründer des Flossbach-Instituts, das Ergebnis. Frauen nämlich, die weniger verdienen und geringere Rentenansprüche haben.

Warum das so ist? Erklärungen gibt es viele. Eine Studie der University of Chicago legt zum Beispiel nahe, das männliche Hormon Testosteron könnte verantwortlich sein. Testosteron steigere den Anreiz für Wettbewerb und Dominanz, verringere die Angst und verändere die subjektive Bewertung von Handlungen. Eine andere Arbeit erklärt den Umstand, dass alleinlebende Männer eher in Aktien investieren als alleinlebende Frauen, damit, dass auf dem Heiratsmarkt ein niedriger sozialer Status für Männer schlechter sei als für Frauen. Deshalb gingen Männer mehr Risiken ein, um einen höheren Status zu erlangen. Wie auch immer.

Hier einige der Fragen und die Antworten von Frauen und Männern.

Welchen Betrag sparen Sie monatlich?

. mehr als 400 Euro: 0,9 Prozent der Frauen 14 Prozent der Männer . 200 bis 400 Euro 12 Prozent der Frauen 16 Prozent der Männer . 100 bis 200 Euro 20 Prozent der Frauen 21 Prozent der Männer . bis zu 100 Euro 36 Prozent der Frauen 29 Prozent der Männer . gar nichts 23 Prozent der Frauen 20 Prozent der Männer

Wenn Sie 100 000 Euro erben würden und das Geld auf 20 Jahre anlegen müssten, was würden Sie tun?

. Selbst genutzte Immobilie 21 Prozent der Frauen 16 Prozent der Männer . Aktien/Aktienfonds 10 Prozent der Frauen 26 Prozent der Männer . Festgeld 16 Prozent der Frauen 12 Prozent der Männer

Welche Anlageformen nutzen Sie?

. Girokonto 54 Prozent der Frauen 48 Prozent der Männer . Sparbuch 47 Prozent der Frauen 36 Prozent der Männer . Aktien/Aktienfonds 21 Prozent der Frauen 43 Prozent der Männer

Für welchen Zweck sparen Sie?

. Alter 23 Prozent der Frauen 32 Prozent der Männer . Rücklagen 25 Prozent der Frauen 22 Prozent der Männer . Konsum 23 Prozent der Frauen 21 Prozent der Männer

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