Aktionäre können sich über Rekorddividende freuen

von Redaktion

Die 600 in Deutschland an der Börse gelisteten Unternehmen werden heuer die Rekordsumme von 57,134 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Das sind gut 3,5 Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr. Allein die 30 größten im Deutschen Aktienindex Dax notierten Konzerne kommen auf eine um gut zwei Milliarden höhere Dividendensumme von 38,6 Milliarden Euro. Dabei zahlt allein der Versicherungskonzern Allianz 3,8 Milliarden, Daimler kommt auf 3,5 und die Telekom auf 3,3, die BASF auf 2,9 Milliarden Euro.

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) vermutet allerdings, dass es erst einmal die letzte Rekordausschüttung ist. Schließlich würden die Gewinne der Unternehmen angesichts der abflauenden Konjunktur in diesem Jahr nicht mehr so üppig ausfallen.

„Es gibt erste Wolken am derzeit noch blauen Dividendenhimmel“, sagte Tüngler bei der Vorlage der alljährlich mit der Essener FOM Hochschule erstellten Dividendenstudie. Nicht zufrieden ist man bei der DSW mit dem Anteil des Gewinns, den die Firmen im Schnitt an ihre Aktionäre, also ihre Eigentümer, ausschütten. Die Quote sei im Vergleich zum Vorjahr weiter von 42 auf nur noch 40 Prozent gesunken. „Offenbar bauen die Unternehmen mit Sicht auf schlechtere Zeiten jetzt lieber ein Finanzpolster auf, statt ihre Aktionäre angemessen am Gewinn zu beteiligen“, sagt Tüngler. Die DSW fordert schon seit Jahren eine Quote von mindestens 50 Prozent. Insgesamt zahlen 88 Prozent der Unternehmen für 2018 eine Dividende, im Dax zum zweiten Mal überhaupt sogar alle Unternehmen. Dort erhöhen 21 Firmen die Dividende, Eon sogar um 43 Prozent, Adidas um 26 Prozent. BMW und Daimler kürzen. Bei den Dax-Unternehmen landet allerdings nur rund die Hälfte der Dividenden bei deutschen Aktionären, die andere fließt über die Grenzen, weil 50 Prozent der Aktien in Depots ausländischer Anleger liegen.

Verlässlichster Dividendenzahler im Dax ist Fresenius. Der Gesundheitskonzern hat die Ausschüttung seit 25 Jahren jedes Jahr erhöht. Seit einem Vierteljahrhundert immer gezahlt haben auch SAP, Münchener Rück, Henkel, Siemens und Hornbach.

ROLF OBERTREIS

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