Kronen, Inlays oder Implantate – welche Zusatzversicherung zahlt am meisten für teuren Zahnersatz? Die gute Nachricht ist: erstaunlich viele. Von den 234 Tarifen, die die Experten von „Finanztest“ unter die Lupe genommen haben, bekamen 76 Angebote die Note „sehr gut“. Bei den Testsiegern (u. a. Bayerische, HanseMerkur, Ergo oder Münchner Verein) zahlt ein 43-jähriger Kunde rund 40 Euro im Monat, die Beiträge steigen mit den Jahren auf maximal 65 bis 70 Euro. Das günstigste Angebot mit sehr guten Zahnersatzleistungen gibt es für nur 11 Euro, und der Beitrag steigt auf maximal 32 Euro.
Mit Mitte 30 vorsorgen
Die meisten Menschen interessieren sich für eine Zusatzversicherung leider erst, wenn sie das erste Mal eine höhere Zahnarztrechnung selbst bezahlen mussten. Die Experten von Stiftung Warentest empfehlen, die Zahnzusatzversicherung abzuschließen, bevor die ersten Zahnbaustellen beginnen – das heißt am besten mit Mitte 30. Wichtigster Grund: In der Regel dauert es drei bis fünf Jahre, ehe ein Kunde die vertraglichen Leistungen in vollem Umfang erhält. Meist sind die Summen vorher gedeckelt. Meist gibt es eine Staffelung. Im ersten Jahr werden bis zu 1000 Euro erstattet, dann 2000 und erst ab dem fünften Jahr fällt die Begrenzung weg.
Hinzu kommt, dass viele Anbieter eine Wartezeit haben. Das heißt: Leistungen werden erst drei oder acht Monate nach Vertragsbeginn ausbezahlt. Aber selbst bei einem Tarif ohne Wartezeit gehen Versicherte unter Umständen leer aus, wenn sie kurz nach Vertragsabschluss eine umfangreiche Zahnsanierung beginnen. Denn manche Versicherer fordern die Patientenakte vom Zahnarzt an. Und wenn dort vermerkt ist, dass der Zahnarzt den Patienten bei einer früheren Untersuchung schon einmal auf eine Schwachstelle im Gebiss hingewiesen hat oder sogar eine Behandlung empfohlen hat, interpretieren dies Versicherer als Behandlungsbeginn.
Falle: Behandlungsstart
Laufende Behandlungen sind vom Versicherungsschutz ausgenommen. „Das ist eines der häufigsten Missverständnisse, mit denen wir in der Beratung zu tun haben“, berichtet Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Viele glauben, die Behandlung geht erst los, wenn der Zahnarzt zum Bohrer greift.“ Verschweigen dürfe man seine Vorgeschichte aber auf keinen Fall, empfehlen die „Finanztest“-Experten. Denn wenn die Schummelei auffliege, sei der Zusatzversicherungsschutz weg und die bis dahin gezahlten Beiträge. Und im Extremfall kann der Versicherer sogar Leistungen vom Kunden zurückfordern.
Schönheit ist teuer
Besonders wichtig ist eine Zusatzversicherung, wenn der Zahnersatz über die Regelversorgung hinausgehen soll. Wer eine Krone aus zahnfarbener Keramik wünscht anstelle einer Metalllegierung ohne Goldanteil oder wer sich statt einer Brücke ein Implantat einsetzen lässt, zahlt den Aufpreis selbst. Und das kann teuer werden: Beispiel für ein Implantat mit vollständiger verblendeter Metall-Keramik-Krone: Preis 3950 Euro, Kassenzuschuss 472 Euro, Eigenanteil 3478 Euro. Zusatzversicherungen decken von 225 bis zu 3478 Euro. Letzteres zahlen die Testsieger. Und das sind mit der Note „sehr gut“ (0.5) die Bayerische (Tarif: Zahn Prestige), die Deutsche Familienversicherung (DFV-Zahnschutz Exklusiv 100), Hanse Merkur (EZL) und Ottonova (Zahn 100). Der 43-jährige Modellkunde der Tester zahlt hier 40 bis 42 Euro im Monat. Die Beiträge steigen aber mit jedem Jahr an – auf 65 bis 70 Euro im Monat. Das ist happig.
Schutz schon ab 3 Euro
Als gute und günstige Alternative empfiehlt „Finanztest“ Continentale (CEZK-U) und Debeka (EZ50). Die gibt’s für 16 Euro im Monat und das sogar ohne altersbedingte Steigerung. Wer mit einer Regelversorgung zufrieden ist, der kann sich auch schon für drei Euro im Monat bei der DKV (KDT 50) absichern.