Bei Putzmitteln und Produkten zur Körperpflege lohnt sich häufig der Griff zu den günstigeren Waren. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung Warentest, die jetzt 21 eigene Untersuchungen von Drogerieartikeln aus den Jahren 2017 und 2018 verglichen hat. Die Produkte gehören in den Bereich Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetika, Körperpflege und Katzenfutter.
Eigenmarken seltener „mangelhaft“
Handelsmarken locken mit Tiefpreisen und versprechen dennoch gute Qualität. Und tatsächlich: An die 176 getesteten günstigen Eigenmarken von Rewe, dm, Edeka, Aldi und Co. wurden häufiger die Noten „sehr gut“ oder „gut“ vergeben als an die 195 Markenprodukte, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift „test“. Zudem wurde von den Testern weniger oft die Note „mangelhaft“ verteilt: Sie ging an 4 Prozent der Produkte bei Eigenmarken von Discountern, Drogerien und Supermärkten sowie an 11 Prozent bei den Markenherstellern.
Die Besten aus beiden Welten
Allerdings stellten die Warentester auch fest: „In jedem der ausgewerteten Tests fanden wir gute und sehr gute Marken – wie auch Handelsmarkenprodukte. In den meisten Untersuchungen liegen die jeweils Besten aus beiden Welten Kopf an Kopf“. Auch der Unterschied der Durchschnittswerte aller Qualitätsurteile ist nicht besonders groß: Die Markenhersteller erzielen einen Notendurchschnitt von 2,7 und die Handelsmarken einen von 2,5.
Preisunterschiede sind enorm
Dafür sind die Preisunterschiede teilweise erheblich. Die schlicht aufgemachten Handelsmarken kosten oft erheblich weniger als klassische Marken. Die Auswertung mit Warenkörben aus den Bereichen Wasch- und Reinigungsmittel sowie Körperpflege und Kosmetik zeigt nun erstmals, dass Drogerieartikel von Handelsmarken deutlich günstiger sind als von Markenherstellern. Die Preisunterschiede sind enorm: Die sechs günstigsten der besten Wasch- und Reinigungsmittel von Handelsmarken kosten fast 60 Prozent weniger als die sechs günstigsten besten der Markenprodukte. Bei Kosmetik ist der Preis für den Warenkorb mit zehn Handelsmarken sogar fast 80 Prozent geringer als der für den mit Markenprodukten befüllten.
Der Warenkorb mit Wasch- und Reinigungsmitteln kostet bei klassischen Markenprodukten 25,14 Euro, bei den Handelsmarken 10,55 Euro. Bei Kosmetikprodukten sind für den Warenkorb mit guten günstigen Markenprodukten 77,15 Euro und nur 16,23 bei Handelsmarken zu zahlen.
Ob Anti-Schuppen-Shampoo oder Körperlotionen, Vollwaschmittel oder Zahnpasta: Eigenmarken wie Balea (dm), Cien (Lidl), oder Blink (Müller) können mit etablierten Marken wie Nivea, Pril und Ariel mithalten. Ein gutes Sonnenschutzmittel von La Roche-Posay kostet beispielsweise 23 Euro für 250 Milliliter, das sehr gute von Today (Rewe/Penny) nur 3,50 Euro für 300 Milliliter. Für die gute Mundspüllösung von Listerine zahlt man 3,40 Euro, für die sehr gute von Dontodent (dm) nur 0,75 Euro (je 500 Milliliter). Die gute Männercreme von Weleda kostet 9,15 Euro für 30 Milliliter, die ebenfalls gute von Balea (dm) ist für 2,55 Euro für mehr als die doppelte Menge zu haben.
Warum der Handel so billig sein kann
Die Hersteller klassischer Marken erfinden und vertreiben Produkte und bringen sie mit teurer Werbung an Händler und Kunden. Die klassische Marke gehört einem Hersteller. Dagegen sind die Handelsmarken meist Eigentum einer Drogeriekette, eines Discounters oder einer Supermarktkette. Diese geben Auftragsherstellern Qualität und Budget vor und verzichten meist auf Werbung für einzelne Produkte. Einen Teil der Kostenersparnis geben sie an die Kunden weiter.