Die Stiftung Warentest hat in ihrer Mai-Ausgabe der Zeitschrift „test“ 20 Bügelschlösser, Kettenschlösser und Faltschlösser einem Härtetest unterzogen; sechs von ihnen lassen sich mit Zahlencode statt Schlüssel verriegeln. Ergebnis: Nur fünf Modelle konnten überzeugen. Immerhin ist ein günstiges Schloss für 36 Euro dabei. Leider sind mehrere Schlösser wenig aufbruchsicher oder mit Schadstoffen belastet – sie sind im Test durchgefallen.
Schwergewichte schneiden besser ab
Kein Ort ist sicher: Fahrräder verschwinden vor der Arbeitsstelle sowie aus Kellern und Hinterhöfen. In Deutschland wurden 2018 rund 292 000 Diebstähle angezeigt. Die Dunkelziffer liegt höher. Radfahrenden bleibt nur übrig, ihr Rad bestmöglich zu schützen. Am besten mit einem stabilen Schloss – noch besser sogar mit zweien. Doch sichere Schlösser sind gar nicht so leicht zu finden, wie der Test zeigt. Die Tester konnten von 20 Modellen nur fünf empfehlen. Meist sind es Schwergewichte, die zwischen 1,3 und 2,6 Kilogramm wiegen.
Aufbruchversuche wie Profi-Diebe
Die Stiftung Warentest wählte für den Test Schlösser aus, die eine hohe Sicherheit versprechen. Panzerkabelschlösser konnten sie in früheren Prüfungen meist leicht knacken, deshalb blieben sie dieses Mal außen vor. Getestet wurden ausschließlich Bügelschlösser, Faltschlösser und Kettenschlösser. Im Prüflabor rückten die Tester den Schlössern mit Werkzeugen zu Leibe, mit denen auch Diebe zuschlagen. Zusätzlich ermittelten die Experten die Widerstandsfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Materials und prüften die Ummantelungen der Schlösser auf Schadstoffe.
Ein Schloss ist hart im Nehmen
Mehrere Modelle waren schnell geknackt, an anderen bissen sich Bolzenschneider und Sägen die Zähne aus. Einem Bügelschloss gelang sogar eine kleine Sensation: Das New York Lock LS von Kryptonite hielt im Prüflabor zwei Minuten lang der kreischenden Schleifscheibe des Akku-Winkelschleifers stand. Dafür erhielt es die Bestnote 1,0. Allerdings schnitt das Produkt in der Schadstoffprüfung nur ausreichend ab und landete damit insgesamt im Mittelfeld.
Fünf Schlösser im Test sind „gut“
Nur fünf Schlösser erzielten im Test ein gutes Gesamtergebnis. Unter den Bügel-schlössern konnten zwei Modelle überzeugen: Das sehr sichere Abus Granit Xplus (93 Euro) und das Modell B’Twin von Decathlon – mit 36 Euro vergleichsweise günstig. Unter den Faltschlössern schnitt nur ein Produkt „gut“ ab: Das Abus Bordo Granit XPlus (128 Euro). Von den Kettenschlössern empfiehlt die Stiftung das Abus City Chain 1010 (122 Euro) und Kryptonite Kryptolok 990 für 50 Euro. mm