Bienen gehören zu den beliebtesten Insekten. Momentan wird viel unternommen, damit sie sich bei uns wohlfühlen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen Möglichkeiten, wie ein Gemüsegarten bienenfreundlich gestaltet werden kann.
Beetumrandungen
Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Eine Umrandung mit Monatserdbeeren ist ebenfalls denkbar. Neben der Nahrung für die Bienen freuen wir uns über leckere rote Früchtchen. Umrandungen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne Hestia mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.
Kräuter
Was wäre ein Gemüsegarten ohne Kräuterbeet? Je nach Standort lassen sich verschiedene Kräuter einsetzen. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um das Aroma zu entfalten. Weinraute, Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Pfefferminzen brauchen etwas mehr Wasser. Fast alle Kräuter beanspruchen einen sonnigen Platz.
Kräuter sollte man kurz vor der Blütezeit ernten, aber wegen der Bienen ist es ratsam, einen Teil zum Blühen kommen zu lassen und erst danach zurückzuschneiden. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht.
Gemüse
Die Züchtung hat viele Gemüse-Sorten entwickelt, die nicht mehr auf die Bestäubung angewiesen sind. Und trotzdem gäbe es ohne Bienen und andere Insekten viel weniger Gemüse. Tomaten werden beispielsweise besonders gut durch Hummeln bestäubt. Während der Haupt-Vegetationszeit im Gemüsegarten, etwa ab Juni/Juli, beobachtet man viele (Wild-)Bienen in den Blüten von Zucchini, Kürbis und Co. Der Pollen liefernde Zuckermais wird während der Blütezeit von Bienen umschwirrt. Auch die frühblühende Ackerbohne und Feuerbohnen benötigen die Hilfe der Bienen, um üppig Früchte anzusetzen. Topinambur mit essbaren Knollen ist ebenfalls eine gute Bienennahrung. Entwickeln Zwiebeln oder Brokkoli vorzeitig Blüten, so lässt man diese am besten im Beet stehen. Lauch und Zwiebeln bieten attraktive Blütenstände, insbesondere für einige Wildbienenarten.
Lückenfüller
Maßgeblich in einem Gemüsegarten ist der Fruchtwechsel, damit sich keine pflanzenspezifischen Krankheiten entwickeln. Eine blühende Gründüngung lässt sich deshalb gut integrieren. Nicht umsonst heißt Phacelia auch „Bienenfreund“, denn die Pflanzen liefern mit ihren blauen Blüten sehr viel Pollen und Nektar. Auch Buchweizen ist nicht nur für Insekten gut, denn er ist mit keiner Gemüseart verwandt. Im Handel gibt es spezielle Mischungen für Bienen und Schmetterlinge mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielen mehr. Auch Sonnenblumen sind geeignet, sofern der Pollen für moderne Schnitt-Sorten nicht weggezüchtet wurde.