Übergewichtige müssen mehr zahlen

von Redaktion

Versicherer bitten immer öfter Menschen zur Kasse, die einen ungesunden Lebensstil pflegen. Wer auf seine Figur achtet und aufs Rauchen verzichtet, wird dagegen belohnt. Das gilt für Kranken- und Risikolebensversicherungen und jetzt auch für Policen, die eine Berufsunfähigkeit absichern.

Deutschland wird immer dicker. Inzwischen bringen laut der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 50 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer zu viele Kilos auf die Waage. Mit Folgen. Denn das erhöht das Risiko für schwere und chronische Krankheiten. Inzwischen haben viele Versicherungen darauf reagiert – und fragen bei ihren Kunden den Body Mass Index ab. Und meist auch, ob sie Raucher sind. Das betraf bisher vor allem private Kranken- und Risikolebensversicherungen. Jetzt wird der Body Mass Index auch immer öfter vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgefragt! Fazit: Wer dick ist, zahlt mehr. Oder er wird, wenn er Pech hat, gar nicht mehr versichert. Das gilt in der Regel, wenn der Body Mass Index bei über 35 liegt. Bei einem BMI unter 35 hängen die Risikozuschläge, die die Versicherungen verlangen, vom gesamten Gesundheitszustand des Betroffenen ab. Ein bisschen eleganter handhabt das Ganze der Konzern Versicherungskammer, dem 13 Unternehmen angehören, darunter auch die Versicherungskammer Bayern.

15 Prozent Unterschied

Die Nummer 7 in der Branche belohnt bei Berufsunfähigkeitsversicherungen künftig „Bella Figura“, wie es in einer am Dienstag versandten Pressemitteilung heißt. Demnach können sich Menschen mit einem guten Body Mass Index (und Nichtraucher) ab sofort günstiger gegen Berufsunfähigkeit versichern. Der Unterschied der Tarife für einen nichtrauchenden Versicherten mit optimalen BMI gegenüber einem stark übergewichtigen Raucher kann rund 15 Prozent betragen, so ein Sprecher des Konzerns Versicherungskammer gestern gegenüber unserer Zeitung. Er wies aber auch noch darauf hin, dass dies auch für extremes Untergewicht gelte.

Jeder Vierte betroffen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, denn rund jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird im Laufe seines Lebens arbeitsunfähig.

Häufigste Ursache sind übrigens mit einem Anteil von 29,6 Prozent Nervenkrankheiten, gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (20,8). Versicherer sind in Sachen Übergewicht leider auch knallhart, wenn man mal 20 Kilo abgenommen hat und gern in einen günstigeren Tarif wechseln würde. Ein Grund: der JoJo-Effekt. Andererseits sind sie aber auch kulant, wenn man den Vertrag schlank abgeschlossen hat und mit den Jahren an Gewicht zugelegt hat. Das will keiner wissen. Daher lohnt es sich, bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Über die gesetzliche Rentenversicherung ist Berufsunfähigkeit nicht abgedeckt. WdP

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