Geldfälscher verursachen Jahr für Jahr Schäden in Millionenhöhe. Um Kriminellen das Handwerk zu erschweren, bringen Europas Währungshüter vom kommenden Dienstag an neue 100- und 200-Euro-Scheine in Umlauf.
Was ist anders an den neuen Scheinen?
Auf der Vorderseite rechts oben befindet sich ein „Satelliten-Hologramm“. Dort bewegen sich beim Neigen kleine Euro-Symbole um die Wertzahl. Überarbeitet wurde zudem die „Smaragd-Zahl“ auf der Vorderseite links unten. Der als glänzende Zahl aufgedruckte Wert „100“ beziehungsweise „200“ ändert wie bei anderen Scheinen der neuen Generation die Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau, wenn man die Banknote neigt. Neu ist, dass in die Zahl kleine Euro-Symbole integriert sind. „Die für die Bevölkerung erkennbaren Sicherheitsmerkmale sind auf der Vorderseite konzentriert“, erläutert Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann.
Gibt es sonst noch Besonderheiten?
Wie schon beim Fünfziger und Zwanziger haben auch die neuen 100- und 200-Euro-Scheine ein „Porträtfenster“. Es wird durchsichtig, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Dann sieht man von beiden Seiten ein Porträt der Mythengestalt Europa. Vor solchen Raffinessen schrecken professionelle Fälscher zwar nicht zurück, erste 50-Euro-Fälschungen mit – wenn auch verschwommenem – Porträtfenster sind bereits aufgetaucht. Die Qualität der nachgemachten Porträtfenster erreiche „bislang nicht annähernd das Original“, betonte Beermann. „Minimale Sorgfalt reicht manchmal schon, um Falschgeld zu erkennen. Zwei Sekunden können bares Geld sparen. Denn falsche Banknoten und Münzen werden nicht ersetzt.“
Wie haben sich Falschgeldzahlen entwickelt?
Nach Angaben der Bundesbank entfielen im vergangenen Jahr sechs Prozent der Euro-Blüten in Deutschland auf den Hunderter und ein Prozent auf den Zweihunderter. Die mit Abstand am häufigsten gefälschte Banknote war der Fünfziger. Allerdings sank die Zahl der 50-Euro-Fälschungen, seit im April 2017 die überarbeitete Version des orange-braunen Scheins in Umlauf kam. Die Strategie der Währungshüter scheint also aufzugehen. Denn auch insgesamt ging die Zahl der Euro-Blüten zurück.
Bekommen Verbraucher die neuen Scheine automatisch?
Wer hofft, dass der Automat beim Geldabheben sofort neue Hunderter oder Zweihunderter ausspuckt, könnte enttäuscht werden. Die Scheine werden von den Notenbanken vom 28. Mai an nach und nach in Umlauf gebracht und ersetzen im Laufe der Zeit die bisherigen Scheine. Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger sind bereits in überarbeiteten Versionen im Umlauf. Wer noch alte Scheine hat, muss sich keine Sorgen machen: Die Euro-Banknoten der ersten Generation sind unverändert gültig.
Kommt bald auch ein neuer 500-Euro-Schein?
Nein. Der EZB-Rat hat 2016 beschlossen, dass die „Europa-Serie“ nur noch sechs statt sieben Stückelungen umfassen wird. Sie ist also mit Einführung der 100- und 200-Euro-Scheine komplett. Die Ausgabe des 500-Euro-Scheins haben die meisten Euro-Notenbanken im Januar beendet, seit Ende April ist die Banknote auch bei der Deutschen Bundesbank nicht mehr zu haben.