Ein Glashaus für empfindliches Gemüse

von Redaktion

Viele Freizeitgärtner sind Besitzer eines kleinen Gewächshauses. Meist wird es zur Anzucht von Jungpflanzen genutzt. Diese sind jetzt im Garten ausgepflanzt und das Häuschen ist nun fast leer. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie man das Kleingewächshaus auch im Sommer sinnvoll nutzen kann.

Fruchtgemüse

Alle wärmebedürftigen Pflanzen fühlen sich in einem Kleingewächshaus wohl. So können die kalten Tage und Nächte der „Schafskälte“ ausgeglichen werden sowie kühle Temperaturen im Herbst. Starkregen und heftige Winde, die Schäden an den Pflanzen verursachen könnten, bleiben von den Pflanzen fern. Natürlich eignen sich Tomaten und Gurken, die Klassiker. Allerdings sind ihre Bedürfnisse etwas unterschiedlich: während Tomaten bei hoher Luftfeuchte mit verschiedenen Pilzkrankheiten geplagt werden können, siedeln sich bei Gurken Spinnmilben an, wenn die Pflanzen sehr luftig stehen. Tomaten sollten daher an Lüftungsöffnungen und die Gurken an einem geschützten Standort im Gewächshaus gepflanzt werden.

Luftzirkulation

Wichtig ist eine ausreichende Luftzirkulation. Vor allem Auberginen und Paprika beziehungsweise Chili fühlen sich im Kleingewächshaus während des Sommers wohl. Da sie dort lange kultiviert werden, können die Pflanzen auch mehrtriebig gezogen werden. Somit liefern sie mehr Ertrag als im Freiland und bis weit in den Herbst. Dass letzte Paprikafrüchte noch im November geerntet werden, ist keine Seltenheit.

Klimasteuerung

Je kleiner ein Gewächshaus, umso schwieriger ist die Klimaführung. Schnell wird es sehr heiß. Auch wenn die Pflanzen wärmeliebend sind, liegt das Optimum bei 24 bis 28 Grad Celsius. Temperaturen über 30 Grad Celsius bedeuten Stress für die Pflanze. Und zeigt das Thermometer gar über 42 Grad Celsius an, so stellen die Pflanzen das Wachstum ein. Mehrere Lüftungsöffnungen sind wertvoll. Diese sollten sich am besten automatisch öffnen.

Ausreichend Schatten

Eine Außenschattierung schirmt die Sonnenstrahlen etwas ab. Wenn es tagsüber sehr warm wird, sollte bei eingewurzelten Pflanzen nachts die Tür nur geschlossen werden, wenn die Temperaturen unter 12 Grad sinken. Bei großer Hitze besteht die Möglichkeit, den Weg im Kleingewächshaus mit Wasser zu befeuchten. Die entstehende Verdunstungskälte lässt die Temperaturen um etwa ein bis zwei Grad sinken.

Luftbefeuchtung

Neben der Temperatur ist die Luftfeuchte oft ein heikles Thema. Ein Zuviel kann die Fruchtbildung verhindern und fördert diverse Pilzkrankheiten. Kondenswasser schlägt sich an den Scheiben nieder. Schon deshalb sind gute Lüftungsmöglichkeiten wichtig. Im Sommer steht deshalb die Tür meist die ganze Zeit offen. Gegossen werden sollten die Pflanzen am besten am Morgen und nicht täglich.

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