Viele Zweijährige kommen ganz von allein

von Redaktion

Bei zweijährigen Pflanzen liegt zwischen Aussaat und Blüte fast ein ganzes Jahr, und der Winter. Für ihre Blüte im kommenden Frühjahr und Sommer sät man jetzt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, was man bei Zweijährigen beachten muss.

Anzucht

Zweijährige Pflanzen sät man am besten gleich, wenn die Samen reif sind. Bei den Frühjahrsblühern wird meist im Juni gesät und bei den zweijährigen Sommerblühern im Sommer und Spätsommer. Allen gemeinsam ist, dass sich im Aussaatjahr nur Wurzeln und Blätter bilden, um Nährstoffe speichern zu können. Die jungen kräftigen Pflanzen bleiben kompakt und erreichen oft nur eine Höhe von maximal zehn Zentimetern. Die Kälteeinwirkung im Spätherbst und Winter fördert die Blütenknospenbildung. Im Folgejahr kommen die Pflanzen zum Blühen. Sie entwickeln dann Samen und sterben schließlich ab.

Die Anzucht kann in Aussaatschalen mit Aussaaterde erfolgen. Dann wird pikiert und schließlich die jungen Pflänzchen im Garten an Ort und Stelle ausgepflanzt. Einfacher geht die Direktsaat: üppig breitwürfig das Saatgut im Beet verstreuen. Gehen sie zu dicht auf, überzählige Pflanzen entfernen.

Typische Pflanzen

Stiefmütterchen, Vergiss–meinnicht und Goldlack sind typische zweijährige Frühlingsblüher. Da wird es höchste Zeit für die Aussaat. Nicht so dringend ist es bei den vielen Frühsommer- und Sommerblühern, die teilweise sogar jetzt erst blühen. Akelei, Muskatellersalbei, Königskerze, Nachtkerze, Fingerhut, Stockrose, Mondviole und viele mehr tauchen oft plötzlich mit ihren bunten Blüten im Garten auf, während sie zuvor unscheinbar und grün gewachsen sind. Die Bartnelke erhält einen Platz im Beet und eignet sich gut als langhaltende Schnittblume in Sträußen.

Zweijähriges Gemüse

Nicht selten überwintert der Mangold gut, sodass man im Frühjahr neu ausgetriebene Blätter ernten kann. Erst bei steigenden Temperaturen bildet er Blüten. Dann verwendet man die Stiele und Blätter nicht mehr, da sie jetzt zäh sind. Auch Petersilie überwintert und bildet im zweiten Jahr Blüten und schließlich Samen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass hier selbst geerntetes Saatgut oft besser im eigenen Garten keimt und wächst, als gekauftes. Übrigens sind die Doldenblüten eine willkommene Nahrungsquelle für verschiedene Insekten.

Vagabunden

Eigentlich ist die Entstehung eines naturnahen Gartens gar nicht so schwer. Zweijährige helfen da kräftig mit, denn oft sind sie Anziehungspunkte für die verschiedenen Insekten. Außerdem sind sie meist sehr genügsam was Standortansprüche betrifft. Da wächst plötzlich Akelei im Halbschatten üppig, immer wieder erscheinen die gelben Blütenstängel der Nachtkerze und gelegentlich treten die imposanten Blütenstände des Muskatellersalbeis in Erscheinung. Auch die lila Blüten und später die „Silbertaler“ der Mondviole fügen sich zwischen Stauden ein. Viele der Pflanzen säen sich selbst aus, wenn sie dürfen. Zweijährige wachsen auch da, wo kein Platz zum Pflanzen ist. Selbst in Mauerritzen und in Wegefugen erscheinen dann Blüten. Man entfernt nur die Pflanzen, die an ungünstigen Orten stehen, stören oder wenn es zu viele sind. Die anderen lässt man blühen, Samen bilden und nimmt sie erst dann weg, wenn sie ausgesamt haben.

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