Farb-Shampoos sind oft überflüssig

von Redaktion

Die Stiftung Warentest hat Farbschutzschampoos untersucht, mit einem überraschenden Ergebnis: Die Color-Produkte braucht keiner zwingend. Andere Shampoos und Spülungen für geschädigtes Haar können genauso gut verwendet werden.

„Langanhaltende Farbintensität“, „Verhindert schnelles Ausbleichen“, das versprechen Farbschutz-Shampoos für koloriertes Haar. 15 traten an, ihre Farbschoner-Qualitäten zu beweisen: günstige aus der Drogerie für 1,35 Euro, Markenklassiker wie Garnier, Guhl und Schauma sowie teurere von Paul Mitchell, Udo Walz und Judith Williams für bis zu 28 Euro. Bei vielen war die Ernüchterung groß. Zwei Drittel der Produkte sind mangelhaft, fünf sind ausreichend.

Wasser und UV-Licht setzen Haaren zu

Um Colorschutz-Shampoo zu testen, ist Rot die perfekte Farbe. Sie besteht aus empfindlichen Pigmenten, die bei Wasserkontakt oder Sonne schnell verloren gehen. Die Prüfer wählten ein Profi-Rot vom Friseur und färbten damit Naturhaarsträhnen. Sie beurteilten den Zustand der gefärbten Strähnen nach dem neunten und zwölften Waschen mit den Shampoos und Bestrahlen mit UV-Licht – im Vergleich zu frisch kolorierten Strähnen und zu Referenzshampoos.

Große Versprechen und Erwartungen

Die 15 Shampoos im Test versprechen nicht nur Farbglanz, sondern Farbschutz bis hin zu lang anhaltender Farbintensität. Das ist es auch, was fast 90 Prozent der Frauen von ihnen erwarten: einen längeren Farberhalt im Vergleich zu herkömmlichen Shampoos. Das ergab eine Umfrage der Stiftung Warentest mit über 1000 Frauen im Alter von 16 bis 69 Jahren.

Kindershampoo hat eine bessere Wirkung

Um die Leistung der Testkandidaten beurteilen zu können, verglichen die Tester sie ebenfalls mit anderen Shampoo-Typen: einem milden Kindershampoo und einem pflegenden Shampoo für geschädigtes Haar. Ernüchternd: So manches „Farbschutz“-Shampoo schützte nicht besser als das Repair-Shampoo, das keinen Farbschutz verspricht, und sogar schlechter als das milde Kindershampoo.

Mangelhaft bei fehlendem Farbschutz

Das hatte Folgen: Fehlender Farbschutz bedeutete in diesem Test: Durchgefallen. Erfüllte ein „Colorschutz“-Shampoo seine Grundfunktion nicht, war es also nicht besser als andere Shampoos, haben die Tester auf weitere Prüfungen – etwa der Pflegeeigenschaften, Anwendung, Verpackung – verzichtet. Dieses Schicksal ereilten zum Beispiel die Farbschutz-Shampoos von L‘Oréal, Guhl, Schwarzkopf oder Rossmann, aber auch die von Judith Williams, Pantene Pro-V oder Syos.

Nur wenige schafften es in den Friseurtest

Nur eine Handvoll Shampoos versagte nicht komplett im Farbschutz und verzichtete auf Versprechen zum UV-Schutz, nur sie durchliefen alle Prüfungen. Für sie prüften Friseure, ob sie die Haare gut pflegen, also etwa gut kämmbar machen und zum Glänzen bringen. Darunter sind die Farbschutz-Shampoos von Nivea, Garnier, Udo Walz oder Paul Mitchell. Sie schnitten mit dem Urteil Ausreichend ab, aber auch ihr Farbschutz war nicht überzeugend. Das Fazit der Tester: Die Farbschutz-Shampoos braucht keiner zwingend, zur Pflege der Haare kann man auch andere Shampoos und Spülungen für geschädigtes Haar verwenden.

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