LEBENSMITTEL-FRAGE

Woher kommt das kernlose Obst?

von Redaktion

Viele mögen keine Kerne in Melonen oder Weintrauben und freuen sich, dass es viele Obstsorten auch kernlos gibt. Doch wie kommt das zustande? Ist Gentechnik im Spiel? Nein, erklärt Andrea Danitschek, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Bayern. In Deutschland sind derzeit keinerlei gentechnisch veränderte Obst- und Gemüsesorten zugelassen. Gentechnik ist zur Erzeugung kernloser Weintrauben oder Melonen auch gar nicht erforderlich. Das klappt durchaus mit klassischen Züchtungsmethoden. Bei Weintrauben gibt es schon sehr lange kernlose Sorten, die ursprünglich durch spontane Mutationen im Erbgut entstanden sind und vom Menschen gezielt weitervermehrt wurden. Dies gelingt durch vegetative Techniken, besser bekannt als Ableger oder Stecklinge. Im Erwerbsanbau haben sich zudem bei vielen modernen Obst- und Gemüsesorten sogenannte F1-Hybride durchgesetzt. Diese Sorten zeichnen sich durch erwünschte Eigenschaften wie hohen Ertrag oder besonders große Früchte aus. Aus ihren Samen lassen sich aber keine neuen Pflanzen mit diesen Eigenschaften züchten. Oft sind die Samenkerne in solchen Früchten auch bereits kleiner und verkümmert.

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