Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine wahre Superbehörde: Sie kümmert sich um 55 Millionen Versicherte und 21 Millionen Rentner und zahlt 26 Millionen Renten aus. Doch die Beratung in den bundesweit 163 Auskunftsstellen ist offensichtlich alles andere als super. Das ergab eine Stichprobe von „Finanztest§ (Heft 10/2019). Die Tester meinen, Sinn mache die Beratung nur, wenn man sich selbst gut darauf vorbereitet. Dazu sollte man folgende sieben Punkte beachten:
. Vor dem Termin Rentenkonto auf den neusten Stand bringen. (Wenn man verheiratet ist, Partner zur Beratung mitnehmen). Das geht auch online (deutsche-rentenversicherung.de/eAntrag) oder Kontenklärungstermin per Telefon (0800/100 048 00) vereinbaren.
. Zeitpunkt für die Altervorsorgeberatung richtig wählen. (Achtung, wird nicht an allen Auskunftsstellen angeboten.) Wer sich zu spät beraten lässt, läuft Gefahr, eine eventuelle Rentenlücke nicht mehr schließen zu können. Tipp: Spätestens 20 Jahre vor dem Ruhestand sollte man bei der Beratung gewesen sein, dabei sollte man Wartezeiten von mehreren Monaten einplanen.
. Ran an die Ordner. Man braucht für die Beratung alle Unterlagen zur gesetzlichen Rente (jährliche Rentenmitteilung), Rente aus Versorgungswerk, Rente aus dem Ausland, Beamtenversorgung, Riester- und Rürup-Standmitteilung, Betriebsrente, private Rente, Kapitallebensversicherung.
. Rentenhöhe überschlagen. Stiftung Warentest bietet online (test.de/erfassungsbogen) ein Formular an, mit dem man die voraussichtliche Rentenhöhe berechnen kann. Das Formular benutzen auch die Rentenberater.
. Im Gespräch Kontrolle behalten und nachfragen. Man sollte sich vor dem Beratungstermin alle Punkte notieren, die einem wichtig sind. Beim Gespräch sollte man jeden davon abhaken und nachfragen, wenn etwas unklar ist. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Berater
– den Erfassungsbogen ausfüllt und einem am Ende des Gesprächs aushändigt
– die Höhe der voraussichtlich anfallenden Sozialabgaben berechnet
– Auskünfte zur zusätzlichen Altersvorsorge gibt, sollte man auf eine Rentenlücke zusteuern.
. Den Überblick behalten. Mehr als eine grobe Einschätzung kann die Analyse zur Altersvorsorge Jahre vor Rentenbeginn nicht sein. Trotzdem ist es wichtig, das Renteneinkommen einschätzen zu können. Die Renten bekommt man ja ein ganzes Leben lang.
. Bei Problemen im Gespräch darf man den Berater durchaus daran erinnern, dass man einen Anspruch auf Beratung (auch über die eigenen Rechte) hat. Alle rechtlichen Grundlagen findet man in den Sozialgesetzbüchern. In Band XII z. B. alles über die Grundsicherung. wdp