Nach zwei Todes- und mehreren Krankheitsfällen durch keimbelastete Wurst fordert die Organisation Foodwatch umgehende Konsequenzen zum Schutz der Verbraucher. Die Behörden müssten umfangreich über die betroffenen Produkte aus der Herstellung des nordhessischen Betriebs und über die Verkaufsstellen informieren, sagte ein Sprecher am Samstag.
Das Krisenmanagement des Landkreises und des Regierungspräsidiums in Köln als zuständige Stellen sei katastrophal, kritisierte die Verbraucherorganisation. In den Produkten des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG aus Twistetal waren mehrfach Listerien-Keime nachgewiesen worden.
Den Behörden zufolge gibt es mittlerweile 37 Krankheitsfälle, die möglicherweise mit Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stehen. In Südhessen hatte es zwei Todesfälle bei älteren Personen gegeben, die das Robert-Koch-Institut untersuchte. Die Produktion wurde gestoppt und der Rückruf aller Produkte weltweit angeordnet.
Wilke verkaufte auch unter fremdem Namen
Entgegen der Annahme der Behörden verkaufte Wilke auch unter fremdem Namen. So ruft Metro Deutschland sämtliche Artikel des Lieferanten zurück. Betroffen von dem Rückruf seien neben sämtlichen Markenartikeln der Firma Wilke auch Metro Eigenmarkenartikel unter dem Namen aro. Metro nehme aber bei diesen Waren eigene Stichproben und da sei Wilke in den vergangenen sechs Monaten nicht auffällig gewesen.
Der Wursthersteller hat in der Zwischenzeit die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt.