Einst war es teuer wie Gold, bestimmte über Politik und Handelswege, heute ist Speisesalz billig erhältlich und in jeder Küche zu finden. Als wichtigstes Würzmittel steht es jedoch immer wieder in der Diskussion um seine gesundheitliche Bedeutung.´Zu viel Kochsalz kann sich ungünstig auf den Blutdruck auswirken. Umgekehrt hilft manchem – aber nicht jedem – Bluthochdruckpatienten bereits eine kochsalzarme Ernährung dabei, seine Werte zu verbessern.
Chemisch verbirgt sich hinter Speise- oder Kochsalz Natriumchlorid. Natrium und Chlorid sind lebenswichtig für den menschlichen Organismus, sie regeln beispielsweise den Wasserhaushalt des Körpers. Um dies zu tun, reicht eine geringe Menge in der täglichen Nahrung aus, etwa eineinhalb Gramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz pro Tag aufzunehmen. Die tatsächliche Zufuhr liegt meist deutlich höher.
Viele verarbeitete Lebensmittel enthalten reichlich Salz. Neben Fertiggerichten wie Pizza tragen auch Brot, Wurst und Käse erheblich zur Salzaufnahme bei. Bei verpackten Lebensmitteln hilft ein Blick auf die Nährwerttabelle, den Salzgehalt einzuschätzen.
Während einfaches Speisesalz im Supermarkt für wenige Cent zu haben ist, gibt es daneben einen Trend zu ausgefallenen Salzen, sei es schwarzes Salz aus Hawaii, rosafarbenes Himalaya-Salz oder sogenanntes Fleur de Sel aus den verschiedensten Küstengebieten. Feinschmeckern mögen geschmackliche Unterschiede zwischen den Salzen auffallen. Das liegt im Wesentlichen an der unterschiedlichen Größe der Salzkristalle. Je feiner, desto intensiver der salzige Geschmack auf der Zunge. Allen Salzspezialitäten gemein ist ein deutlich höherer Preis – und die ähnliche chemische Zusammensetzung. Denn auch diese Salze bestehen in der Regel zu über 95 Prozent aus Natriumchlorid.
Beimengungen anderer Mineralstoffe können die Farbe verändern, tragen aber meist nicht nennenswert zur Mineralstoffversorgung bei. Trotzdem halten sich wie beim Himalaya-Salz teils hartnäckige Mythen über mögliche heilende und reinigende Wirkungen. Nichts davon ist wissenschaftlich belegt.
Außer Natriumchlorid sind nur wenige Mineralstoffe im Himalaya-Salz enthalten, darunter Eisenionen, die für die rosa Farbe sorgen. Es bietet keinerlei gesundheitliche Vorteile im Vergleich zu Salz aus hiesigen Salinen. Dazu kommen die weiten Transportwege, in der Regel stammt das angebliche Himalaya-Salz aus einem Salzabbaugebiet in Nordpakistan.
Im Himalaya selbst gibt es keine Salzvorkommen. Neben den reinen Salzsorten gibt es im Supermarkt auch angereichertes Salz zu kaufen. Am bekanntesten ist das jodierte Speisesalz. Da die Jodversorgung in Deutschland im Allgemeinen nicht ausreichend ist, kann Jodsalz als tägliches Salz in der Küche hier einen wertvollen Beitrag leisten. Auch die Anreicherung mit Fluorid zur Kariesprophylaxe ist zulässig.
Wer fluoridiertes Salz verwendet, sollte darüber hinaus jedoch keine Fluoridtabletten einnehmen, um eine Überdosierung zu verhindern. Ebenso darf das Vitamin Folsäure zugesetzt werden. Ähnlich wie bei Jod ist die Versorgung in Deutschland unzureichend. Allerdings ist zu bedenken, dass Folsäure nicht hitzestabil ist. Daher sollte man das Essen erst nach dem Kochen damit würzen.