Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest ein Bankkonto oft besonders teuer. Unter anderem Geflüchtete oder Wohnungslose „haben nur Anspruch auf ein Basiskonto und zahlen dafür besonders viel“, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Vergleich der Zeitschrift „Finanztest“. Bei einigen der 124 untersuchten Geldhäuser kostet die Führung eines Basiskontos demnach zurzeit mehr als 200 Euro im Jahr. Aufgrund gestiegener Grundpreise und höherer Gebühren für Überweisungen in Papierform sei das teilweise mehr als noch vor zwei Jahren. Das teuerste Basiskonto im Test hat die Salzlandsparkasse, dicht gefolgt von der Targobank. Laut den Testern begründen die Geldhäuser die Preise oft mit einem Mehraufwand für Beratung und Eröffnung von Basiskonten.
Nur zwei der untersuchten Banken – die PSD Karlsruhe-Neustadt und die Sparda Baden-Württemberg – boten ein Basiskonto zum Stichtag am 1. Oktober kostenfrei an.
Seit Mitte 2016 hat in Deutschland jeder Bürger einen Rechtsanspruch auf ein Girokonto. Alle Geldhäuser sollen Menschen ohne festen Wohnsitz auf Wunsch ein Basiskonto auf Guthabenbasis einrichten. Der Kontoinhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Überzogen werden kann ein solches Basiskonto nicht. Die Gebühren sollen aber „angemessen“ sein.
Der Ratschlag der „Finanztest“-Experten: Neben den Gratis-Basiskonten der PSD Karlsruhe-Neustadt und der Sparda Baden-Württemberg gibt es günstige Konten bei der Sparda München mit 5 Euro (überregional) und der Sparda Südwest mit 12 Euro pro Jahr. dpa/mm