Kresse: In einer Woche von der Aussaat bis zur Ernte

von Redaktion

Die Kräuterernte im Garten ist nun fast vorüber. Doch auf der Fensterbank geht es los. Für täglich frische Vitamine sorgen junge Kressepflänzchen. „Die Anzucht von Kresse ist denkbar einfach“, so die Bayerische Gartenakademie. Der Lebensmitteleinzelhandel bietet nun auch verstärkt wieder die Grünsprossen in kleinen Karton-Schälchen an. Eine einfache Art in der dunklen Jahreszeit die Mahlzeiten mit jungem, frischem und würzigem Grün aufzupeppen.

Kresse gehört zu den Kreuzblütlern wie auch Kohl und Rettich. Der etwas scharfe Geschmack kommt von den enthaltenen Senfölen. Verwendet werden die Keimlinge, die oft schon nach wenigen Tagen erntefähig sind. In der Regel werden sie frisch verwendet. Im Gegensatz zu Keimsprossen werden bei Grünsprossen keine Wurzeln verwendet, sondern nur das Grüne abgeschnitten. Die kleinen braunen Samen keimen im Dunkeln wie auch bei vollem Tageslicht. Warme Temperaturen, wie sie in der Küche vorherrschen, begünstigen die schnelle Entwicklung.

Der Handel bietet verschiedene Anzuchtsmöglichkeiten für Kresse an: Kresse-Igel, Anzuchtsets mit Kunststoffschalen, mal nur mit Wasser oder mit Anzuchtmatten aus Kokos, Hanf etc. Kresse kann man auch selbst aufziehen: Man benötigt frisches, gut keimfähiges Kressesaatgut, eine am Boden flache und nicht zu hohe Schale und etwas Küchenkrepp. Als Schale eignen sich leere Eisdosen, flache Glasschalen, ein glasierter Tonuntersetzer oder Ähnliches. Die Behältnisse erhalten nun eine zugeschnittene Doppellage aus Küchenpapier. Anschließend wird diese befeuchtet und mit Kressesamen bestreut. Dabei darf nur etwa die Hälfte der Grundfläche mit den Samen bedeckt sein, es muss ausreichend „weiß“ durchscheinen. Bei zu dichter Aussaat bedrängen sich sonst die jungen Pflänzchen, wachsen nicht gleichmäßig und Fäulnis- und Schimmel ist leichter möglich. In den ersten zwei Tagen kann noch ein Teller oder ein Deckel lose auf die Anzuchtbehälter aufgelegt werden, damit die Samen gleichmäßig keimen und nicht zwischenzeitlich austrocknen. Zweimal am Tag gießt man nun etwa eine halbe Tasse frisches Wasser vorsichtig auf das Küchenpapier, um es sofort wieder abzugießen. Bis die Kresse gewurzelt hat, muss das Befeuchten sehr vorsichtig geschehen. Sonst schwimmen die Keimlinge davon. Später halten sie sich gegenseitig fest. Nach einer Woche guter Pflege ist es dann so weit: Die Ernte beginnt. Mit einer Schere schneidet man das grüne Superfood ab. Ist der Rand höher, so nimmt man vor dem Abschneiden die Kressewiese aus der Schale. Dann die Grünsprossen kurz waschen, und ab in den Salat, auf das Pausenbrot oder in die Suppe.

Artikel 3 von 3