Autoversicherer erheben mitunter drastische Zuschläge für ältere Fahrer. Wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt, müssen Senioren mitunter doppelt so viel bezahlen wie jüngere Autofahrer. So zahlt ein 80-Jähriger mit Haftpflicht und Vollkasko im Schnitt 93 Prozent mehr als ein 50-Jähriger. Nur mit Haftpflicht sind es sogar 116 Prozent.
Verivox hat gut 300 Tarife verglichen und die jeweils günstigsten zehn Angebote einbezogen. Bis 65 Jahre hält sich der Zuschlag noch in Grenzen, danach zieht er rasant an.
„In der Praxis können sich unfallfreie Senioren einen höheren Rabatt erfahren. Einige Kfz-Versicherer haben sogar für etwas Entlastung gesorgt und vergeben mittlerweile für maximal 50 schadenfreie Jahre einen Bonus,“ sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Dennoch können die älteren Fahrer auch mit dem höchstmöglichen Schadenfreiheitsrabatt den Seniorenzuschlag nicht ausgleichen.“
Sparmöglichkeiten gibt es trotzdem. Da der Seniorenaufschlag nicht bei jeder Versicherung gleich ist, lohnt es sich, die Anbieter zu vergleichen. Laut dem Verbraucherportal Finanztip sollte man zunächst die günstigste passende Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24 ermitteln und danach das Angebot der HUK 24 berechnen, die bei Vergleichsportalen oft nicht vorkommt.
Außerdem können ältere Fahrer ihr Auto auf ihre erwachsenen Kinder zulassen und so im Schnitt fast die Hälfte sparen. Dazu hat das Portal drei Szenarien einbezogen. Erstens: Der 80-jährige Autofahrer versichert seinen Wagen selbst. Zweitens: Er lässt das Auto auf sein 50-jähriges Kind zu. Drittens: Er lässt das Auto auf sich zu und versichert es nur über den Nachwuchs.
Bei Zulassung auf das Kind spart er in der Haftpflicht 48 Prozent, bei Vollkasko 43 Prozent. Läuft nur die Versicherung über den Nachwuchs, beträgt die Ersparnis immerhin ein Drittel. Der Senior muss seinen Schadenfreirabatt auf das Kind übertragen. Das geht von Eltern auf Kinder laut Verivox in der Regel problemlos. Man sollte bei seiner Versicherung nachfragen.
Die Versicherungswirtschaft geht davon aus, dass Senioren teurere Schäden verursachen als jüngere Autofahrer und erhebt deshalb – so der Rat des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft – ab 68 Jahren Aufschläge.