Viele Stammkunden der Lufthansa haben in den vergangenen Tagen Post von ihrer Airline erhalten, denn die will ihr Loyalitätsprogramm „Miles & More“ kräftig umbauen. Während die Bonusmeilen wie Geld für Waren und Dienstleistungen eingelöst werden können, bestimmen die Statusmeilen darüber, wie man auf der Flugreise behandelt wird. Nur dieses System soll sich nun ändern.
Mit einem Vielfliegerstatus sind verschiedene Vorteile wie der Lounge-Zugang oder bevorzugtes Boarding verbunden. Auch auf Wartelisten rücken Vielflieger schneller nach vorne, werden bei Flugausfällen bevorzugt umgebucht oder bei knappen Umstiegen mit der Limousine zum Flieger gefahren. Wer besonders viel reist, kann bei Lufthansa „Frequent Traveller“, „Senator“ oder sogar Mitglied des so genannten „Honorary Circle“ werden, im Fachjargon ein „Hon“. Als solchermaßen geehrter Kunde mit schwarzer Plastikkarte darf man auch die Einrichtungen am Boden nutzen, die Lufthansa für seine First-Class-Gäste in Frankfurt, München, Zürich, Genf, Wien, New York und Tokio vorhält. Das bestehende System ist allerdings so kompliziert, dass bislang Dienstleister und Internet-Blogger erklären, wie man günstig an zusätzliche Meilen kommt.
Die wichtigste Neuerung ab 2021: Aus den Statusmeilen werden Punkte. Ihre Berechnung wird wesentlich vereinfacht, weil nur noch nach Lang- oder Kurzstrecke und der jeweils gebuchten Komfortklasse unterschieden wird. Die Bandbreite reicht von 5 Punkten für einen Economy-Europaflug bis zu 70 Punkten, die es für eine Langstrecke in der First Class gibt. Zwei Hin- und Rückflüge in der Business-Klasse in die USA (je Strecke 50 Punkte) reichen für den Status „Frequent Traveller“ (160 Punkte) locker aus. Senator wird man mit 480 Punkten im Jahr, Hon erst mit 1500.
Um den einmal erreichten Status zu halten, muss dieser jährlich mit neuen Punkten bestätigt werden. Weil bislang dafür eine Frist von zwei Jahren galt, ist hier eine Verschärfung geplant. Die notwendigen Status-Punkte müssen zudem künftig mindestens zur Hälfte bei konzerneigenen Airlines wie Lufthansa, Swiss und Austrian erflogen werden. Für den „Hon“-Status werden sogar ausschließlich Punkte der Premium-Airlines verlangt. Flüge bei anderen Partnern der globalen „Star Alliance“ zählen beim Hon-Status hingegen nicht mehr. Neu ist hingegen die Möglichkeit, ab bestimmten Punktegrenzen „Frequent Traveller“ oder „Senator“ auf Lebenszeit zu werden. dpa